Freitag, 19. April 2019

Topmanagerinnen Frauen in Führung

Nie hatten Frauen bessere Chancen, Spitzenjobs zu erobern. Die Unternehmen können es sich nicht leisten, auf begabte und ehrgeizige Managerinnen zu verzichten. Aber oft fehlen Frauen auf dem Weg nach oben noch die Vorbilder.

Die Personalie sorgte für Aufsehen. Der "Tagesspiegel" schwärmte von einem "revolutionären Akt", die "taz" sprach vom "Angriff auf die Männergruppe", selbst "Bild" und "Bunte" berichteten.

 Frauen auf dem Vormarsch: Weibliche Vorstände sind keine Einzelfälle mehr, aber der Weg nach oben bleibt hart
%[M];mm.de
Frauen auf dem Vormarsch: Weibliche Vorstände sind keine Einzelfälle mehr, aber der Weg nach oben bleibt hart
Der Aufstieg von Karin Dorrepaal (43) in den Vorstand von Schering Börsen-Chart zeigen im vergangenen September löste ein Echo aus, das selbst den Berliner Pharmakonzern überraschte.

Eine Frau im Vorstand eines Dax-Unternehmens! Endlich!

Seit Januar ist Dorrepaal nicht mal mehr die einzige. Die HypoVereinsbank Börsen-Chart zeigen berief die einstige Deutschland-Chefin der Citibank, Christine Licci (40), in den obersten Entscheidungszirkel. Nun arbeiten erstmals gleich zwei Frauen in der exklusiven Riege der 197 deutschen Dax-Vorstände - das gab's noch nie.

Die öffentliche Aufregung steht in auffälligem Gegensatz zu der Nüchternheit, mit der die Unternehmen selbst die Besetzungen kommentieren. Licci und Dorrepaal seien halt die besten Kräfte für die Jobs gewesen. Punkt.

Ist die vermeintliche Sensation des Aufstiegs der Topfrauen am Ende gar keine, weil Frauenkarrieren in Wirtschaftsunternehmen längst selbstverständlich sind?

Sind weibliche Vorstände das überfällige Ergebnis einer intern längst eingeleiteten Trendwende in Sachen Chancengleichheit, die nun endlich auch öffentlich sichtbar wird?

© manager magazin 2/2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung