Donnerstag, 27. Juni 2019

Luxus Deutsche Pracht

Edles made in Germany läuft weltweit blendend. Von der Fifth Avenue in New York über die Rue Faubourg in Paris bis zur Ginza in Tokio haben Produkte aus deutschen Manufakturen auf den Luxusboulevards dieser Welt ihren festen Standort. Und mittlerweile einen exzellenten Ruf.

Es ist, als hätte man den Mann aus einem wunderbaren Traum geweckt. Mit erstaunten Kinderaugen blickt Andreas Seltmann von seiner Arbeit auf, einem filigranen Uhrwerk mit der Bezeichnung "Kaliber 53".

 Gipfel der Kunst: Die "Julius Assmann 3" aus der Manufaktur Glashütte. Sie gibt es nur in 25 Exemplaren - zum Preis von 103.450 Euro das Stück.
Gipfel der Kunst: Die "Julius Assmann 3" aus der Manufaktur Glashütte. Sie gibt es nur in 25 Exemplaren - zum Preis von 103.450 Euro das Stück.
Schraube für Schraube, Zahnrad für Zahnrad fügt er zusammen, bis aus den 360 Teilen nach sechs Wochen und unzähligen Blicken durch die Lupe jener wundersame Apparat entstanden ist, den die Werbung ein "Meisterwerk der Superlative" nennt, der aber doch viel mehr ist. Dank eines fliegenden Tourbillons, jenes wirbelnden Mechanismus zum Ausgleich der Erdenschwere, der retrograden Datumsanzeige und der Gangreserveanzeige.

Wenn dem hageren Uhrmacher im erzgebirgischen Glashütte dann irgendwelche supercoolen Stadtneurotiker kommen, die alles schon wissen und durch nichts zu beeindrucken sind, dann wischt er mal eben so eine Art Staubkorn über die Arbeitsplatte, mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Die kleinste Schraube des Kalibers, gerade mal 0,35 Millimeter lang. Und fügt triumphierend an, dass selbst diese Miniatur vor dem Einbau noch eine halbe Stunde poliert wird. Das Ergebnis solcher Mühwaltung ist allenfalls mit einer zehnfach vergrößernden Lupe zu bewundern.

Andreas Seltmann ist Meister bei der Glashütte Uhrenbetrieb GmbH (Glashütte Original) und baut das Spitzenstück des Unternehmens zusammen, das Modell "Julius Assmann 3", 25mal, gut 100.000 Euro teuer. Ein Prunk- und Vorzeigestück für Luxus aus Deutschland.

Exklusives made in Germany macht neuerdings rührig von sich reden. Von der Fifth Avenue in New York über die Rue Faubourg in Paris bis zur Ginza in Tokio haben Produkte aus deutschen Manufakturen auf den Luxusboulevards dieser Welt ihren festen Standort. Und mittlerweile einen exzellenten Ruf.

© manager magazin 12/2004
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