Osteuropa-Fonds Aufschwung Ost, die Zweite

Aktienfonds, die in Russland, Tschechien & Co. investieren, erzielten in den vergangenen Jahren üppige Wertzuwächse. Doch der ehemalige Ostblock verspricht auch zukünftig höhere Gewinne als der etablierte Rest des Kontinents.
Von Jonas Hetzer

In kaum einer anderen Region konnten Anleger in den vergangenen fünf Jahren mehr verdienen als im ehemaligen Ostblock. Von Anfang Oktober 1999 bis Ende September 2004 schoss der Osteuropa-Aktienindex von Morgan Stanley um 157 Prozent in die Höhe.

Ist der Boom in Russland, Ungarn & Co. bereits vorbei, oder lohnt der Einstieg noch?

"Die Chancen auf steigende Kurse stehen weiterhin gut", sagt Jürgen Kirsch, Manager des Griffin Eastern European Fund . Vor allem die steigenden Investitionen ausländischer Unternehmen in den EU-Beitrittsländern sorgen für Arbeitsplätze und steigenden Konsum.

Russland indes profitiert derzeit von den hohen Rohstoffpreisen und ist mit einem geschätzten Wirtschaftswachstum von gut 7 Prozent in diesem Jahr weiterhin die dynamischste Volkswirtschaft des Kontinents.

Öl- oder Gas-Aktien stehen jedoch keineswegs im Fokus vieler Fondsmanager. Zwei andere Branchen, die stark vom neuen Wohlstand profitieren, spielen derzeit die Hauptrolle. Erstens der Telekom-Sektor, weil Handys noch weit weniger verbreitet sind als etwa in Westeuropa.

Zweitens steht das Bankgewerbe am Beginn einer Aufschwungphase. Experten rechnen damit, dass die bislang kaum verschuldeten Länder Polen, Ungarn oder Tschechien künftig stärker auf Pump einkaufen werden.

Die zunehmende Inlandsnachfrage zwischen Warschau und Budapest stützt die Konjunktur und sorgt für rasant steigende Unternehmensergebnisse. Bis zu 40 Prozent Gewinnwachstum pro Jahr weisen einige Firmen auf.

Doch selbst wenn die Erträge nicht mehr in diesem Tempo zunehmen, haben die Aktien weiteres Potenzial. "Noch immer werden Titel mit Risikoabschlägen zwischen 10 und 30 Prozent gehandelt", weiß Anlagestratege Kirsch (siehe: "Anlageziel Osteuropa: 'Die Region boomt'").

Auf Grund der raschen wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung Osteuropas dürfte sich diese Lücke in den kommenden Jahren schließen.

Die besten Aktienfonds

Das Bad Homburger Analysehaus Feri Trust hat für manager magazin die besten Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Ost- und Zentraleuropa herausgefiltert. Die Top Fünf, gemessen an der Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre, sind: Griffin Eastern European  (Rang 1, WKN 988954), Adig European Emerging Market  (Rang 2, WKN 987339), Magna Eastern European  (Rang 3, WKN 264514), Raiffeisen-Osteuropa  (Rang 4, WKN 973205) sowie Pictet Eastern Europe  (Rang 5, WKN 694224).

Wer zuerst kommt, den belohnen die Märkte
Die besten Aktienfonds mit
Anlageschwerpunkt Ost- und Zentraleuropa
Rang Fonds ISIN1 Wertung 2 Rendite3
1 Jahr
Rendite3
5 Jahre
Volumen
(Mio. Euro)
1 Griffin Eastern European (Kurswerte anzeigen) (A) 31,5 28,5 642
2 Adig European Emerging Market (Kurswerte anzeigen) (A) 32,3 26,5 220
3 Magna Eastern European (Kurswerte anzeigen) (A) 36,4 24,8 126
4 Raiffeisen-Osteuropa (Kurswerte anzeigen) (A) 31,6 24,7 478
5 Pictet Eastern Europe (Kurswerte anzeigen) (A) 27,7 22,8 613
6 Templeton Eastern Europe (Kurswerte anzeigen) (B) 38,5 21,1 145
7 DWS Osteuropa (Kurswerte anzeigen) (B) 30,3 20,8 292
8 UniEM Osteuropa (Kurswerte anzeigen) (B) 28,2 20,6 210
9 Baring GUF-Eastern Europe (Kurswerte anzeigen) (B) 24,7 20,4 857
10 Sogelux Eastern Europe (Kurswerte anzeigen) (B) 17,8 19,1 64
Durchschnitt aller Fonds 26,7 15,2
Morgan-Stanley-Index Osteuropa 23,3 20,8
1 Internationale Wertpapierkennung; 2 (A) = sehr gut, (B) = gut;
3 in Prozent pro Jahr per 30.09.2004. Quelle: Feri Trust

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