Forum Leserbriefe

Traditionelle Werte


Topmanager:Deutschlands Wirtschaftselite unter Beschuss (mm 9/2004) 

Unsere Gesellschaft braucht die von Ihnen angesprochene Transparenz und insbesondere Modernisierung von Entscheidungs- und Verwaltungsstrukturen. Wir brauchen aber vor allem Mechanismen, um die Führungsetagen in unseren Betrieben zu überwachen, nicht nur bei Verdacht von außen, sondern routinemäßig von außen und von innen.

Hohe Verantwortung bedingt hohe Bezahlung, rechtfertigt jedoch keine Maßlosigkeit. Der Vorwurf, dass Spitzenführungskräfte und Spitzenverdiener die Errungenschaften dieser Gesellschaft als Selbstbedienungsladen nutzen, ist nicht von der Hand zu weisen.

Karsten Thamm,
per E-Mail

Früher war die Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeitern noch ausgeprägt. Soziale Denkweise war etwas Normales und Selbstverständliches. Harten Wettbewerb gab es zu allen Zeiten, nicht erst heute, und dies als Begründung vorzuschieben ist verlogen.

Albert Lang,
Bermatingen

Was Not tut, ist die Besinnung auf einige traditionelle Werte und Verhaltensweisen. Dazu gehört, dass man selbst vertrauenswürdig und integer ist. Dass man Loyalität nicht als Einbahnstraße missversteht, sondern dass man sich nach Kräften um den Erhalt von Arbeitsplätzen bemüht und die eigene Verantwortung als Vorgesetzter und Arbeitgeber wahrnimmt. Dass man als Führungskraft in schweren Zeiten den Mitarbeitern Ziele und Wege weist, wie man das Unternehmensschiff wieder auf Kurs bekommt.

Karin Fontaine,
Hamburg

Schlappe Österreicher

Porträt des RTL-Chefs Zeiler: Ein Wiener auf dem Weg nach Luxemburg (mm 9/2004) 

"Wie so viele Österreicher", so schreiben Sie, "umgibt auch Gerhard Zeiler etwas Weiches und Schlappes." Ist das wirklich Ihre Meinung? Etwas Nachhilfeunterricht scheint angebracht: Woher kommt es, dass der Wirtschaftsstandort Österreich so viel besser dasteht als Deutschland? Sind da lauter weiche und schlappe Manager am Werk?

Von den circa 350.000 österreichischen "Gastarbeitern" in Deutschland sind 70 Prozent in Managementpositionen. Wie kann das sein, wenn so viele weich und schlapp sind? Welches Zeugnis stellen Sie da den deutschen Unternehmen aus?

Irene Schwarz,
Schwertberg, Österreich

Einkehr und Läuterung

Air Berlin: Interview mit Chef Hunold über den Preiskampf der Billigflieger (mm 9/2004) 

Herr Hunold äußert sich wie folgt zu den Condor-Angeboten ab 99 Euro nach Kuba: "Versuchen Sie einmal, den Flug zu buchen. Es wird Ihnen nicht gelingen. Das Kontingent ist homöopathischer Natur." Wir wissen nicht, welchen Homöopathen Herr Hunold konsultiert, würden aber angesichts der deutlichen Abweichung seiner Wahrnehmung von den Fakten zu einem Wechsel raten: Im Zeitraum Juni 2004 bis Januar 2005 wurden bereits weit über 1000 Segmente zu unseren Fliegenpreisen von 99 Euro verkauft.

Bei Wahrnehmungsschwächen dieser Art empfehlen wir die innere Einkehr, Läuterung und das Studium des Matthäus-Evangeliums, Kapitel 7: "Was siehst du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr".

Achim Lameyer,
VP Condor Individuell

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