Editorial Aus erster Hand

Das neue manager magazin verbindet innere Werte mit einer frischen Optik.
Von Arno Balzer

Wann braucht ein Produkt

ein Facelift? Die Hersteller von Unterhaltungselektronik bringen fast im Halbjahresrhythmus neu gestylte Fernsehgeräte und Musikanlagen auf den Markt. Selbst die Autobauer, die sich früher sechs bis acht Jahre Zeit ließen, bevor sie einen Modellwechsel riskierten, geben jetzt Gas. Inzwischen frischen Mercedes , BMW , Audi  & Co. die Optik ihrer Fahrzeuge im Schnitt alle drei Jahre auf. Lediglich Designklassiker nehmen sich mehr Zeit.

manager magazin hält es da mit den Klassikern. Nach knapp zehn Jahren haben wir die Optik des Blattes gründlich überarbeitet. Die preisgekrönten Berliner Zeitschriftendesigner Lukas Kircher und Rainer Burkhardt haben gemeinsam mit mm-Art-Direktorin Heidrun Schell die neue Form geschaffen. Das neue Titelkonzept stammt von zwei ausgewiesenen Magazin-Profis, Werner Funk und Wolfgang Behnken.

Ergebnis der Kreativarbeit ist fast so etwas wie ein Modellwechsel: eine moderne Schrift und ein frisches Layout, emotional und funktional zugleich, informativ und unterhaltsam. Neu in mm ist auch die Rubrik "Privat". Dort finden Sie jetzt zum Beispiel "Spielzeuge" für Manager (Seite 238) und "Am Ende des Tages", die Feierabend-Kolumne von mm-Reporter Klaus Boldt.

Geblieben freilich ist der Anspruch, unseren Lesern Wirtschaftsinformationen aus erster Hand zu liefern, aufzuklären und zu enthüllen. Etwa in unserer Namen + Nachrichten-Geschichte über die Metallgesellschaft  (Seite 10). Dort können Sie lesen, mit welch tolldreisten Methoden der scheidende MG-Vorstandschef Udo Stark sein Gehalt gleich um etliche Millionen Euro aufbessern wollte. Sie finden kompetente und kritische Unternehmensanalysen wie die Beiträge über die Krise bei Volkswagen  (Seite 58) oder den Turnaround der Allianz  (Seite 90), spannende Reports wie den Artikel über Nanotechnologie (Seite 170). Und natürlich die mm Euro 500, die umfassendste und gründlichste Aktienbewertung der 500 größten europäischen Börsenfirmen (Seite 144).

Einzelhandelskrise? Konsumentenstreik? Solche Vokabeln kennt Tchibo nicht. Während bei Karstadt Warenhäuser geschlossen werden und Mitarbeiter ihre Jobs verlieren, erwirtschaftet der Hamburger Kaffeeröster in diesem Jahr ein neues Rekordergebnis. Die Geschäfte laufen wie nie zuvor. Die mm-Redakteure Sören Jensen und Dietmar Student zogen das Etikett "Tchibo" ab und fanden dahinter eine bemerkenswerte Eigentümerfamilie: Der Herz-Clan verbirgt sich gern vor der Öffentlichkeit, hat in der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte aber tiefe Spuren hinterlassen.

Die Kinder des Firmengründers Max Herz sind sich zwar selten einig. Die Geldmaschine Tchibo samt der Mehrheitsbeteiligung am Nivea-Hersteller Beiersdorf  aber läuft auf Hochtouren. Woran das liegt? Sicherlich an dem Geschäftsmodell, einer einzigartigen Mischung aus Kaffee & Co. Erfolgreich sind die Herzens auch, weil sie risikoscheu und äußerst sparsam sind (sie fahren Gebrauchtwagen und fliegen Economy). Vor allem aber sind sie ausgesprochen eigenwillig. Die Titelgeschichte über Tchibo, opulent illustriert von dem Kölner Zeichner Markus Spang, lesen Sie ab Seite 40. Zur Lektüre empfohlen - nicht nur für Karstadt-Manager.

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