iPod-Test Wer hören will ...

Computer haben Gefühle. Sie kennen Abneigung, Verlustangst, sogar Rache. Den Beweis liefern ein ältlicher Windows-Rechner und ein brandneuer iPod. manager magazin sagt, was der Musikspieler von Apple wirklich taugt.

Um Tonqualität und Bedienkomfort des digitalen Musikspielers von Apple  überhaupt evaluieren zu können, mussten PC und iPod zuerst vereint werden. Das Designerkästchen mit den sich ständig vertüdernden weißen Kopfhörerschnürchen kann nämlich nur wiedergeben, womit es der Computer zuvor an Rock, Pop und Klassik gefüttert hat.

Für die Übertragung der Melodien muss eine physische Verbindung zwischen den beiden Geräten bestehen. Und genau mit diesem Kabel ging der Ärger los. Für das mitgelieferte Produkt namens Firewire gab es keine Buchse am drei Jahre alten PC.

Als zwei Tage später das nachbestellte so genannte USB-Kabel (inzwischen im Lieferumfang enthalten) angeschlossen war, behauptete der Computer angewidert: "USB-Gerät wurde nicht erkannt." Der rüde abgewiesene iPod quengelte auf dem Display zwei Stunden lang: "Bitte nicht trennen."

Hier die einfache Anleitung: iPod direkt an den Computer anschließen - bloß nicht die Docking-Station zwischenschalten. Auf der beigelegten CD ein iPod-Programm auswählen. Nun fordert der PC, das ungeliebte Anhängsel neu zu formatieren - widerspruchsfrei zu machen.

Die ebenfalls auf der CD befindliche iTunes-Software lässt sich problemlos installieren. Sie wandelt herkömmliche CDs und MP3-Dateien in das iPod-verträgliche AAC-Format um und öffnet die Pforten des Online-Plattenladens von Apple.

Die am 15. Juni eröffnete Deutschland-Filiale akzeptierte eine Kreditkarte erst nach etlichen Versuchen. Auch das Konvertieren der bereits im PC vorhandenen Musikdateien, nach denen das iTunes-Programm netterweise die Festplatte durchsucht hatte, dauerte Stunden.

Für Grobmotoriker denkbar ungeeignet

Höchst angenehm verging die Zeit beim Stöbern in den 700.000 Titeln des iTunes-Stores.

Gegen Mitternacht waren rund 4 der 40 Gigabyte Speicherkapazität des Testgeräts gefüllt mit 60 CDs und diversen für jeweils 99 Cent erworbenen Einzelstücken.

Im Laufe der nächsten Tage passte ich mich immer besser an die gewöhnungsbedürftige Bedienung des iPod an. Für Grobmotoriker sind die sensiblen Tastenflächen denkbar ungeeignet - sie reagieren nur auf Streicheln.

Ist das lästige Installationswerk erst vollbracht, bringt der Musikspieler Spaß. Ob Stones in der S-Bahn oder die Callas im Strandbad - die Musikauswahl ist riesig und der Sound ordentlich.


iPod: Tricks für Anfänger

Display: Zeigt das Menü an, informiert über den laufenden Titel und den Zustand der Batterie.

Menütaste: Eine sanfte Berührung bringt das Menü auf das Display. Ein langer Druck schaltet die Hintergrundbeleuchtung ein.

Bestätigungstaste: Ein leichter Druck bestätigt die Wahl aus dem Menü und startet die Musik.

Mausfeld: Langsames Streichen im Uhrzeigersinn führt von einem Menüpunkt zum nächsten (zum Beispiel Alben, Interpreten). Läuft das Musikstück, dient das Mausfeld zum Vorspulen des Titels und zum Regulieren der Lautstärke.

Stopptaste: Kurzer Druck hält das laufende Musikstück an, lange Berührung schaltet das Gerät aus.

Tastensperre: Äußerst nützlich, wenn der iPod in der Tasche steckt.

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