Mittwoch, 27. Mai 2020

Andreas Jacobs "Ich bin sicher kein Profi"

Vor zehn Jahren kam Andreas Jacobs, Spross der erfolgreichen Kaffeehändlerfamilie, überraschend früh zu seinem Vermögen. Wie er sich den richtigen Umgang mit seinem Geld antrainierte und wie er heute mit seinen Finanzen operiert.

mm:

Vor zehn Jahren haben Sie eine Fima verkauft und wurden dadurch gezwungen, sich mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen. Fühlen Sie sich jetzt als echter Profi?

 "Ich verbringe bestimmt 5 Prozent meiner Arbeitszeit mit dem Thema." Andreas Jacobs, Spross der Kaffeeröstersippe
Manfred Witt
"Ich verbringe bestimmt 5 Prozent meiner Arbeitszeit mit dem Thema."
Andreas Jacobs, Spross der Kaffeeröstersippe
Jacobs: Ein Profi bin ich sicher nicht. Aber ich kann nachvollziehen und kontrollieren, was mir meine Verwalter raten.

mm: Wie viel Rendite erwarten Sie?

Jacobs: Ich plane mit einem Zeithorizont von drei Jahren. Da darf mal ein schlechtes Jahr dabei sein, aber im Schnitt erwarte ich einen Wertzuwachs von 8 bis 10 Prozent jährlich. Aus Gesprächen mit anderen Anlegern weiß ich, dass eine Rendite in dieser Höhe realistisch ist.

mm: Wie sieht Ihr Depot im Moment aus?

Jacobs: Rund 35 Prozent stecken in Aktienfonds, zusätzlich rund 4 Prozent in Einzeltiteln. Manche Branchen kann man über den Kauf einzelner Aktien abdecken, wie etwa Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen für den Rohstoffsektor oder Newmont Mining Börsen-Chart zeigen für Gold.

mm: Was ist mit Anleihen?

Jacobs: Die machen rund 30 Prozent aus. Hinzu kommen noch gut 20 Prozent Immobilien. Der Rest ist Liquidität.

mm: Halten Sie Firmenbeteiligungen?

Jacobs: Mir gehört eine Beteiligungsfirma. Das ist mein Hauptjob. Deswegen brauche ich in meinem Privatvermögen keinen Private-Equity-Anteil mehr.

mm: Was ist mit Versicherungen?

Jacobs: Ich nutze sie, um Risiken abzusichern, aber nicht als Geldanlage.

mm: Sie sind an der Frankfurter Vermögensverwaltung Focam beteiligt. Wie intensiv befassen Sie sich mit Ihrem Geld?

Jacobs: An der Focam habe ich mich beteiligt, weil ich das Team für sehr gut halte und die Unabhängigkeit sowie die Intensität der Kundenbetreuung schätze. Im Übrigen gehe ich mit Focam genauso um wie mit meinen anderen Verwaltern. Ich lese die Monatsberichte, telefoniere alle zwei Monate mit jedem von ihnen. Außerdem führe ich einmal im Jahr eine Stichprobe durch, bei der ich mir einen Teil der Investments inklusive aller Abrechnungen sehr genau anschaue. Ich verbringe bestimmt 5 Prozent meiner Arbeitszeit mit dem Thema.

mm: Und das reicht?

Jacobs: Es ist sicher nicht zu viel. Man braucht Zeit, sonst darf man keine gute Wertentwicklung erwarten.


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