Zubehörtrend Zeitmesser für Kraftfahrer

Die noble Uhr zum schicken Auto - diese Verbindung, so scheint es, wird zum Trendthema. Ingenieure, Designer und Werber erhoffen sich von ihr einen noch besseren Zugang zum ohnehin technikverliebten Kundenkreis der Automobilisten.
Von Klaus Ahrens und Hanno Pittner

Was sich da aktenmappengroß und silbrig glänzend hinter dickem Glas um die eigene Achse dreht, darf getrost als Wunderwerk betrachtet werden. Eine Weltneuheit ist es allemal.

Der schweizerische Uhrenhersteller TAGHeuer präsentiert an seinem Stand auf der Basler Messe ein neues Automatikuhrwerk, das Laien und Fachleute gleichermaßen staunen lässt: statt Zahnrädern Antriebsriemen; statt Saphiren Kugellager; und als Schwungmasse ein Platinbarren. Das Uhrwerk als Abbild eines Automobilantriebs.

Auto und Uhr - diese Verbindung, so scheint es, wird zum Trendthema der Saison. Ingenieure, Designer und Werber erhoffen sich von ihr einen noch besseren Zugang zum ohnehin technikverliebten Kundenkreis. Die Autobauer gehen schon seit längerem dazu über, ihren Kunden ganze Lebenswelten passend zur Karosse zu offerieren, vom Schlüsselanhänger bis zum Mountainbike.

Siehe Audi. Der Ingolstädter Hersteller betreibt eine Designabteilung, die dem Kunden für den Beruf eine rindslederne Kollegmappe, für die Freizeit einen Fun Bag und für den Sport ein Bergfahrrad bereitstellt. Und für die Zeitmessung haben die Audi-Designer jetzt mit der noblen Frankfurter Manufaktur Sinn einen Chronometer entwickelt.

Macht der Marke: Die Maybach-Uhr zur Maybach-Limousine - hergestellt werden die exklusiven Zeitmesser von dem schwäbischen Uhrmacher Wilhelm Rieber

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Neuer Motor: TAGHeuer-Werk mit Riemen und Kugellagern statt Zahnrädern

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SLR-Uhr: Seitenflächen und Zifferblatt im Stil des McLaren-Mercedes - die Seitenflanken des TAGHeuer-Gehäuses geben den Lufteinlass des Fahrzeugs wieder

SLR-Uhr: Seitenflächen und Zifferblatt im Stil des McLaren-Mercedes - die Seitenflanken des TAGHeuer-Gehäuses geben den Lufteinlass des Fahrzeugs wieder

SLR-Uhr: Das TAGHeuer-Zifferblatt mit seinen sechs Zeigern imitiert das Armaturenbrett des Mercedes-Flitzers

SLR-Uhr: Das TAGHeuer-Zifferblatt mit seinen sechs Zeigern imitiert das Armaturenbrett des Mercedes-Flitzers


Die neue Ehe zwischen Automobil und Uhr:
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Das eigenwillige Instrument kommt als Quadrat daher. Auf mattschwarzem Zifferblatt zeigt es in separaten Feldern Stunden, Minuten, Sekunden, wasserdicht bis 100 Meter Tiefe. Kaufpreis: 3650 Euro.

Deutlich tiefer in die Tasche greifen muss der Maybach-Kunde. Möchte er sich passend zur Luxuslimousine die Uhr kaufen, bekommt er neuerdings ein Tourbillon angeboten. Das modische Stück soll es nur zwölfmal geben. Hergestellt werden die exklusiven Zeitmesser von dem weithin unbekannten Uhrmacher Wilhelm Rieber auf der Schwäbischen Alb. Preis: 120.000 Euro.

Völlig abgefahren ist das Modell, das der Käufer des Mercedes SLR McLaren angeboten bekommt. TAGHeuer hat, passend zu dem flachen Renner, einen Chronografen entwickelt, dessen Zifferblatt mit seinen sechs Zeigern das Armaturenbrett des Autos imitiert. Die Seitenflanken des Gehäuses geben den Lufteinlass des Fahrzeugs wieder, und die Aufzugskrone präsentiert den Stern von Sindelfingen.

Das 10.000 Euro teure Stück ist ausschließlich für SLR-Käufer reserviert und trägt die Nummer der bestellten Karosse. Es soll als Trost für die Wartezeit herhalten - damit der Käufer beim Cocktail an der Bar schon mal was zum Vorzeigen hat.

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