Börsen "Übergroßes Ego"

Daniel Kahneman hat mit seinen Studien die Kapitalmarkttheorie revolutioniert. Im manager-magazin-Gespräch sagt der Nobelpreisträger, welche Fehler Anleger vermeiden sollen, damit es an der Börse klappt.

Populäre Börsenirrtümer und wie Sie ihnen entgehen

Irrtum: Wenn es darum geht, die Bedeutung von Ad-hoc-Mitteilungen oder Quartalszahlen für die Zukunft einer Firma einzuordnen, überschätzen viele Anleger ihre Fähigkeiten. Ausweg: Legen Sie den Teil Ihres Geldes, den Sie in Dividenden- titeln halten möchten, in börsennotierten Indexfonds an - so fühlen Sie sich nicht gezwungen, jede vermeintliche News zu bewerten.
Irrtum: Zahlreiche Aktionäre verkaufen Gewinnpositionen zu früh, aus Furcht, ihr Plus einzubüßen. Andererseits sitzen sie Verluste aus, weil sie auf die Rückkehr zum Einstiegskurs hoffen. Ausweg: Setzen Sie ein Stopp Loss von etwa 30 Prozent des Kaufkurses, das Sie bei Aktien im Plus von Zeit zu Zeit erhöhen. So begrenzen Sie Verluste und bleiben bei Gewinneraktien dabei.
Irrtum: Ein Teil der Investoren denkt zu kurzfristig und vergisst bei kleineren Transaktionen, die Auswirkung auf das Gesamtvermögen abzuschätzen - so werden kleine Risiken überschätzt. Ausweg: Denken Sie in größeren Zusammenhängen und versuchen Sie, sich auf die für Ihr Vermögen wirklich relevanten Entscheidungen zu fokussieren.
Irrtum: Viele Anleger investieren ausschließlich in einheimische Unternehmen. Sie glauben, diese Firmen besser zu kennen, und halten sie deshalb für sicherer als ausländische Konkurrenten. Ausweg: Tatsächlich erhöht der Fokus auf die Heimatbörse das Risiko der Anleger. International breit diversifizierte Portfolios schneiden im langfristigen Vergleich stets wesentlich besser ab.