Sonntag, 20. Oktober 2019

Supersportwagen Anschnallen, bitte!

2. Teil: Der eingebaute Rennmodus

Sogar die braven Wolfsburger konstruieren einen Supersport-Volkswagen mit mehr als 1000 PS. Nur hat VW Börsen-Chart zeigen die Pferdestärken bislang nicht recht auf die Straße bekommen.

Voll entfalten können die sich im öffentlichen Verkehr ohnehin nicht. Selbst auf deutschen Autobahnen gelang es dem manager-magazin-Tester kein einziges Mal, schneller als 290 Stundenkilometer zu fahren. Laut Werksangabe schafft der Gallardo Tempo 309.

 Mercedes SLR: Der schnellste und stärkste der neuen Boliden  Mercedes SLR Leistung: 460 kW/626 PS Spitze: 334 km/h Beschleunigung: 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h  Mercedes SLR Zylinder: 8 Hubraum: 5439 ccm  Mercedes SLR Leergewicht: 1768 kg Verbrauch (ECE-Norm): 14,8 l/100 km

Showroom Mercedes SLR:
Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild,
um zur Großansicht zu gelangen.

Supersportwagen heißen so, weil sie automobile Superlative schnellstmöglich in Bewegung setzen. Und wieder abbremsen: An den Vorderrädern des Ferrari Challenge Stradale pressen zum Beispiel sechs Hydraulikkolben die Beläge gegen eine Scheibe aus eigens entwickeltem Verbundmaterial (Karbon plus Keramik).

 Mercedes SLR: Der schnellste und stärkste der neuen Boliden
DaimlerChrysler
Mercedes SLR: Der schnellste und stärkste der neuen Boliden
Ein beherzter Tritt auf das Bremspedal des Challenge Stradale verursacht folglich bei empfindlichen Insassen einen deutlichen Druck hinter den Augenhöhlen. Unvorbereitete zerren sich die Nackenmuskulatur.

Supersportwagen heißen aber auch so, weil sie nicht nur über die flachen Formen, drehfreudigen Motoren und die übrigen Attribute herkömmlicher Zweisitzer verfügen, sondern darüber hinaus einen Rennmodus eingebaut haben.

Per Knopfdruck lässt sich die Dämpfung härter stellen, der Schaltzeitpunkt des sequenziellen Getriebes nach oben verlegen oder die Schaltzeit verkürzen. Die dauert schon im "Normalbetrieb" nur einen Wimpernschlag. Technisch ausgedrückt: 150 Millisekunden.

Manche Modelle bieten auch ein Anfahrhilfsprogramm, das erst bei höheren Drehzahlen einkuppelt und somit für eine Art Katapultstart sorgt. Beim Mercedes SLR lassen sich diese Effekte sogar in zwei Steigerungsstufen abrufen.

Die Aggregate der Supersportwagen erzielen ihr Leistungsmaximum in Bereichen, in denen bei herkömmlichen Motoren längst der Selbstschutzmechanismus einer automatischen Drehzahlbegrenzung greift: jenseits von 6000 Umdrehungen.

© manager magazin 3/2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung