Persönlich Die Familie Merckle

Von Adolf Merckle heißt es, er drehe eine Kupfermünze so lange in der Hand, bis er sie als Kupferdraht verkaufen könne.

Das Oberhaupt des Merckle-Clans ist Unternehmer in dritter Generation. Merckles Großvater besaß einen kleinen Pharmabetrieb im böhmischen Aussig. Sein Vater Ludwig baute nach dem Krieg eine neue Fabrik in Blaubeuren auf, die der Sohn übernahm.

Die Merckles haben reich geheiratet. Adolfs Mutter Luise stammt aus der Fabrikantenfamilie Spohn, Ehefrau Ruth (66) aus der Ulmer Zementdynastie Schwenk/Schleicher.

Die Unternehmerin bringt Seele ins Geschäft. Sie kümmert sich um die 4000 Kunstwerke, die in den Büros und Fertigungshallen hängen, und bezahlt eine hauptamtliche Pastorin, die die Mitarbeiter betreut. Beide Merckles sind Ehrenbürger von Blaubeuren.

Sohn Ludwig (38) hat die Nachfolge von Adolf Merckle als Primus der Gruppe offiziell angetreten. Derzeit läuft er sich noch als Aufsichtsrat diverser Beteiligungsgesellschaften warm. Bruder Philipp (37), von Beruf Apotheker, kümmert sich um die Pharmaentwicklung. Tochter Jutta studierte Wirtschaftswissenschaften. Sie springt als Anteilseignerin ein, wenn Merckle ein Aktienpaket unterbringen will. Einzig Tobias (33), der jüngste Filius, geht eigene Wege. Er eifert seiner gläubigen Mutter nach und missioniert Gefangene im In- und Ausland.

Viele Freunde der Merckles kommen aus kirchlichen Kreisen oder der Tübinger Studentenverbindung "Igel". Deren Mitgliederverzeichnis liest sich wie ein "Who's who" des Netzwerks von Adolf Merckle. In seiner Freizeit geht der Ehrensenator der Universität Tübingen gern mit Mitgliedern des Alpenvereins bergsteigen. Der höchste Gipfel war bisher der 5642 Meter hohe Elbrus im Kaukasus.

Fallstudie: Wie Merckle mit Beteiligungen jongliert


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