Samstag, 7. Dezember 2019

Forum Leserbriefe

Überraschung, Überraschung


Deutsche Bahn: Die Irrfahrt des Hartmut Mehdorn (mm 10/2003)

Ich hätte keinen besseren Artikel schreiben und meine langjährigen Erfahrungen mit der Deutschen Bahn und ihrem Chef Mehdorn besser zum Ausdruck bringen können. Der autokratische kleine Mann im Stile des Sonnenkönigs Ludwig XIV. ist schon lange aus der Spur geraten.

Peter B. Sanden,
Troisdorf

Man kann Mehdorn auch anders sehen. Dass sich bei der Bahn vieles bewegt, ist offensichtlich: Personal, Gerät, Strecken, Bahnhöfe, auch der Erwerb von Stinnes mit Bernd Malmström, der sowohl beim Flugzeugbauer VFW-Fokker als auch bei Stinnes ein exzellenter Jurist und Manager war, wodurch Stinnes auch ein begehrtes Objekt wurde.

Zur Trennung von Strecken und Betrieb: ein Abenteuer. Welches wäre die letzte Instanz zur Optimierung des Gesamtsystems? Der Staat? Mehdorn hat Recht mit seinem Veto.

Die Tarifreform ging daneben. Das lässt sich korrigieren wie anderes auch. Ob die Bahn unternehmenspolitisch und betriebswirtschaftlich wesentlich weiter sein könnte, wer weiß. Und: Ohne den Goodwill des Kanzlers kann bei der Bahn nichts Großes gelingen. Mehdorn hat ihn.

Franz Cesarz,
Bremen

Die Führungskräfte der Bahn sind sich mit Herrn Mehdorn darüber einig, dass es in der Bahn noch sehr viel zu tun gibt. Zur Bewältigung aller anstehenden Herausforderungen, um die Bahn-Reform zu vollenden und um aus der Bahn ein kapitalmarktfähiges Unternehmen zu machen, brauchen wir die Persönlichkeit Hartmut Mehdorn. Er ist derjenige, der sich auch gegen heftigen Widerstand für das Gesamtsystem Bahn ein- und durchsetzt. Für die wohl derzeit schwierigste Führungsaufgabe in Deutschland braucht die Bahn solch einen Manager, der sich auch "ohne Wagenheber" zu helfen weiß.

Andreas P. Meyer,
DB Energie GmbH, Frankfurt/Main

Bei aller zutreffenden Kritik an Bahn-Chef Mehdorn darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass er ein schweres Erbe aufgrund jahrzehntelanger fahrlässiger Regierungsarbeit übernommen hat. Aber wenn sich ein Unternehmenschef ein Schild mit der ernst gemeinten Aufforderung "No Surprises" auf den Tisch stellt, dann müssen sich die Überraschungen, die er nicht aufzufangen bereit ist, eben ihren Platz im Unternehmen suchen: Verspätungen, Zusammenstöße, Akzeptanzprobleme des Tarifsystems und vieles andere mehr.

Ich bin als Berater bei der DB ausgestiegen, weil die Zahl der in den letzten Jahren eingestellten inkompetenten Führungskräfte im Vergleich zu anderen Unternehmen überproportional hoch ist. Daran scheitern viele gute Konzepte und viel versprechende Veränderungsprojekte.

Karsten Trebesch,
Trebesch & Asociados GmbH, Köln

Es gibt Berufskritiker. Wer vornehmlich auf sie hört, erhält kein objektives Bild, der genannte Artikel beweist es. Populismus war immer ein schlecher Ratgeber.

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Hubertus Zuber,
Heidelberg

Tief betroffen

Cobra: Interview mit Clemens Vedder (mm 10/2003)

Dieser Mann ist zutiefst in seinem Ego getroffen, dass es ihm nicht gelungen ist, die Commerzbank zu zerschlagen. Aus jeder Antwort in diesem Interview kann man seine tiefe Betroffenheit über diese Tatsache herauslesen.

Manfred Schmitt,
Voerde

Geschäfte statt Geschäftsberichte

Geschäftsberichte: mm zeichnet die besten Jahresreports aus (mm 10/2003)

Über die Kosten-Nutzen-Analyse von guten Geschäftsberichten kann man durchaus unterschiedlicher Auffassung sein. Ich wäre dafür, die Kosten, die für einen guten Geschäftsbericht aufgewendet werden müssen, lieber dafür zu verwenden, gute Geschäfte zu machen.

Dr. Wilhelm Helms,
Rechtsanwalt, Hannover

Einzigartiger Verein

Promotion: Der kurze Weg zum Doktortitel (mm 10/2002)

Die wichtigste Adresse für Doktoranden in Deutschland ist das Doktorandennetzwerk Thesis e. V. Die Internetseite des Vereins (www.thesis.de) bietet umfangreiche Informationen, und eine Mitgliedschaft in diesem einzigartigen Verein eröffnet eine internationale und multidisziplinäre Plattform für Erfahrungsaustausch.

Matthias Hüsgen,
München

Hängender Galgenstrick

Spezial Mode: Die Rückkehr der Krawatte (mm 10/2003)

Richtige Kleidung diktiert sicherlich nicht nur die Mode, sondern die Konvention. Leider ist die ordentliche Bekleidung zum passenden Anlass abhanden gekommen. Der Zeitgeschmack ist auch ein Spiegel allgemeiner Lebensweise und des Stils. Ist es nicht etwa merkwürdig, dass sich Afrika anzieht, während Europa sich auszieht? Keider machen Leute.

Toni Basilio,
Filderstadt

Ich werde nie verstehen, was dieser hängende - mehr oder weniger bunte, teils auch witzige - Galgenstrick an uns zu suchen hat. Um sich zu "schmücken", hat man hochwertige, ansprechende Zeitmesser zur Verfügung. Da braucht es diesen unnützen Stoffschnipsel nicht. Die Uhr hat unter anderem den "präzisen" Vorteil der Funktion (Pünktlichkeit ist definitiv wichtiger als Krawatte).

Eric-Peter Müller,
Bad Rippoldsau

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