Studie Vor einer zweiten Welle

Ein Team aus Wissenschaftlern und Beratern hat die EU-Kandidaten analysiert. manager magazin veröffentlicht exklusiv die wichtigsten Ergebnisse.

Welche Länder unter den osteuropäischen EU-Aspiranten werden sich am besten entwickeln? Welche Standorte profitieren am meisten? Was müssen Unternehmen beim Markteintritt beachten?

Fragen, mit denen sich eine Studie des Institute for Industrial Organization an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) und der Kölner Unternehmensberatung EMC Engineering & Management Consulting befasst hat. manager magazin veröffentlicht exklusiv die wichtigsten Ergebnisse:

Neuer Schub. Eine zweite Welle von ausländischen Direktinvestitionen steht bevor. Der EU-Beitritt bringt größere politische Sicherheit und mehr ökonomische Stabilität. Noch bestehende Beschränkungen des Marktzugangs fallen.

Etablierte vorn. Die westlichen Beitrittsländer bleiben im Fokus der Investoren. In den Plänen deutscher Unternehmen stehen die folgenden Länder oben auf der Liste: Ungarn, Slowakei, Tschechien und - mit Rückstand - Polen.

Unter den Ländern, die am 1. Mai 2004 der EU beitreten, haben sie die meisten Direktinvestitionen angezogen (siehe: "Osteuropa: Eine Standortsuche").

Standortqualitäten der Top 5 unter den neuen EU-Ländern*
Güte des Standorts für ...
Beschaffung Produktion Absatz
Tschechien 1 1 3
Slowenien 2 2 1
Ungarn 3 4 2
Slowakei 7 3 7
Polen 4 8 6
* Die Punktzahlen entsprechen Rangplätzen; 1 ist also der beste erreichbare Platz. Die Zahlen stammen aus einer Befragung des "Global Competitiveness Report", in der mehr als die Top 5 der Beitrittsländer abgefragt wurden.

Spezialitäten. Die Länder unterscheiden sich deutlich hinsichtlich ihrer Qualitäten für verschiedene Firmenaktivitäten. Zum Beispiel die Slowakei: Sie schneidet als Produktionsstandort gut ab, deutlich schlechter hingegen bei Absatz und Beschaffung.

Strategie. Viele Firmen können die Potenziale der Standorte noch nicht vollständig nutzen. Bei Umfragen des "Global Competitiveness Report" unter Firmen werden die Standortbedingungen häufig deutlich besser eingeschätzt als die Situation der Betriebe vor Ort.

Die WHU/EMC-Studie kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen in vielen osteuropäischen Ländern "erheblichen Implementierungsproblemen" konfrontiert sind. EMC-Berater Henrik Hermann, Koautor der Studie: "Viele Unternehmen haben ihre Strategien bislang nur unzureichend auf den jeweiligen Standort eingestellt."

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