Bücher Geldwertes Vorurteil

Wie lässt sich Kästchendenken innerhalb des Unternehmens überwinden? Marketingprofessor Peter Schütz gibt in seinem Buch "Grabenkriege im Management. Wie man Bruchstellen kittet und Abteilungsdenken überwindet" praxisnahe Ratschläge.

Die Marketingabteilung besteht aus egozentrischen Schwätzern. Im IT-Bereich arbeiten ausschließlich verhaltensauffällige Autisten, und im Vertrieb ... na ja, mal ehrlich, die hellsten Typen sind dort nicht gerade zu finden. Diese Kategorien des betrieblichen Vorurteilswesens existieren in nahezu jedem Unternehmen.

Zum ernsthaften Problem wird das Silodenken immer dann, wenn verschiedene Abteilungen bereichsübergreifend zusammenarbeiten müssen. Peter Schütz, Marketingprofessor an der Fachhochschule Hildesheim, stellt in seinem Buch "Grabenkriege im Management. Wie man Bruchstellen kittet und Abteilungsdenken überwindet" eine Reihe von Instrumenten vor, mit denen sich ein Scheitern solcher Querschnittsprojekte vermeiden lässt.

Das wichtigste seiner Werkzeuge nennt er "Bruchstellenfilter". Dieser Filter umfasst drei Fragen, die sich jeder Manager vor dem Start eines neuen Projekts stellen sollte:

1. Welche innerbetrieblichen Verteilungskonflikte können durch das Projekt entstehen? Wenn ein Vorhaben einer Abteilung überproportional viel Arbeit aufbürdet, braucht sie zusätzliche Ressourcen, sonst gibt es Widerstände.

2. Welche Zielkonflikte ergeben sich aus den unterschiedlichen Aufgaben der Abteilungen? Beispiel: Eine höhere Zahl an Produktvarianten kommt zwar dem Marketingressort entgegen, widerspricht aber dem Wunsch der Fertigung nach möglichst effizienter Herstellung.

3. Welche Wahrnehmungskonflikte werden berührt? Hiermit meint Schütz vor allem Vorurteile einzelner Mitarbeiter und Abteilungen, die durch ungeschickt angestoßene Projekte verstärkt werden können.

An den Fragen wird deutlich, dass Schütz auf eine stärkere Erziehung der Manager zur Reflexion setzt, um Abteilungsegoismen zu überwinden. Sicherlich ein hilfreicher Ansatz.

Die Kritik an dem Buch: Zu viele von Schütz' Beispielen stammen aus dem Marketing. Kein Wunder. Wir wissen ja, dass die Leute aus dem Marketing sich selbst meist zu wichtig nehmen ...

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