Sonntag, 22. September 2019

Frische Uhren Was die Stunde schlägt

2. Teil: Die Jagd nach Komplikationen

Die Jagd nach Komplikationen

Außer der Neigung zu solcherlei Neoklassik regiert immer noch die Jagd nach neuen Komplikationen das Angebot, insbesondere das der Schweizer Aussteller. So brilliert Patek Philippe aus Genf mit einem Zehn-Tage-Tourbillon unter der Typnummer "Ref. 5101P".

Hohe Schule: Der ewige Kalender "GMT Premier" von Harry Winston bietet für seine Komplikationen gleich fünf Zifferblätter, bei der zweiten Zeitzone sind die Nachtstunden blau abgesetzt
Dieses bringt das Kunststück fertig, in einem Chronometer mit enormer Kraftreserve noch einen wild wirbelnden feinstmechanischen Schwerkraftausgleich vorzuhalten. Neue Tourbillon-Entwicklungen bieten auch Jaeger-LeCoultre aus Le Sentier mit der "Platinum Number Two" und Piaget aus La Côte-aux-Fées mit seinem "Emperador"-Modell.

Aus "unstillbarem Verlangen nach Innovation", so die Eigenwerbung, hat der Hersteller Roger Dubuis einen ewigen Kalender mit vier Fenstern entwickelt - eine Komplikation aus 184 Einzelteilen, die Mondphase, Wochentag und Datum angibt.

Dem ewigen Kalender hat der Uhrmacher Harry Winston eine zweite Zeitzone hinzugefügt, so dass auf dem ansehnlich gestalteten Zifferblatt noch vier kleine, kreisförmige Anzeigen untergebracht sind. Ganze 100 Exemplare gibt es von dem Schmuckstück.

Ein Klassiker kommt derweil zu neuen Ehren: Die Fliegeruhr kann in diesem Jahr an das Jubiläum der Brüder Wright anknüpfen, die vor 100 Jahren erstmals ein Motorflugzeug in die Luft brachten.

 Klassiker: Die neue "Mark XV"-Fliegeruhr von IWC präsentiert sich schlicht mit drei Zeigern  ausgeliefert wird das Modell erst Anfang nächsten Jahres  Automat mit Mondphase: Die "PanoMaticLunar" von Glashütte Original mit neu entwickeltem Kaliber zeigt gewohnt asymmetrisches Design  Glockenton: Die Weckeruhr "GMT" von Blancpain verfügt über eine Fülle von Informationen wie etwa die zweite Zeitzone - und eine Weckmelodie von überirdischem Klang

Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild,
um zur Großansicht zu gelangen.

Allein die Schaffhausener Manufaktur IWC, seit Mitte der 1930er Jahre auf Fliegeruhren spezialisiert, ist mit vier Modellen einer neuen Serie dabei. Die Uhren tragen den Namen des britischen Jagdeinsitzers Spitfire, Paradewaffe der Luftschlacht um England.

Im vergangenen Jahr haben sich auch die einst in Berlin-Friedenau ansässigen Askania-Werke des Mechanikus Carl Bamberg auf ihre alte Tradition besonnen. Sie produzieren Pilotenuhren wie einst, benannt nach Flugzeuglegenden der Pionierzeit.

Eigens zum Jubiläum entwickelte das Uhrenunternehmen Breitling, beheimatet im schweizerischen Grenchen, eine Spezialserie unter dem Namen "Montbrillant 1903".

Der Chronograf, der in ziffernreichem Retrodesign daherkommt, trägt auf der Rückseite die Silhouette des Flyer I, des Flugvehikels, mit dem Orville Wright seinen zwölf Sekunden währenden Sprung vom Boden schaffte. Ein Hopser, der (auch) Uhrengeschichte machen sollte.


Seite 2 von 2

© manager magazin 5/2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung