Chronographen Die Uhr-Macher

In Basel und Genf feiert die Haute Horlogerie alljährlich stolz ihre Erfindungen und Komplikationen. manager magazin stellt die Männer hinter den großen Marken vor. Die sagen, was sie an einer Spitzen-Uhr schätzen.
Von Klaus Ahrens und Hanno Pittner
Der "Chronoscope CH 1523" von Gerd-R. Langs Chronoswiss überrascht mit einem Zifferblatt, wie es einst für Regulatoren üblich war. Die Anzeigen für Stunde und Sekunde sind dezentral angeordnet, nur der Minutenzeiger läuft auf der Mittelachse.

Der "Chronoscope CH 1523" von Gerd-R. Langs Chronoswiss überrascht mit einem Zifferblatt, wie es einst für Regulatoren üblich war. Die Anzeigen für Stunde und Sekunde sind dezentral angeordnet, nur der Minutenzeiger läuft auf der Mittelachse.

Gerd-R. Lang (60) lernte das Uhrmacherhandwerk in seiner Heimatstadt Braunschweig. Nachdem er 1983 den ersten Chronografen seiner neu gegründeten Firma Chronoswiss vorgestellt hatte, erwarb er zahlreiche Patente. Lang: "Die Uhr eines Architekten muss anders aussehen als die eines Extremsportlers."

Gerd-R. Lang (60) lernte das Uhrmacherhandwerk in seiner Heimatstadt Braunschweig. Nachdem er 1983 den ersten Chronografen seiner neu gegründeten Firma Chronoswiss vorgestellt hatte, erwarb er zahlreiche Patente. Lang: "Die Uhr eines Architekten muss anders aussehen als die eines Extremsportlers."

Foto: Enn Kapitza
Als sein Vater 1963 das Genfer Unternehmen Chopard kaufte, zählte es fünf Uhrmacher. Karl-Friedrich Scheufele (44) gebietet heute über einen Familienbetrieb mit rund 1200 Mitarbeitern. Und treibt neben der Herstellung von Schmuckstücken die Entwicklung von Herrenuhren höherer Komplikation voran. Scheufele: "Wir interpretieren Tradition neu."

Als sein Vater 1963 das Genfer Unternehmen Chopard kaufte, zählte es fünf Uhrmacher. Karl-Friedrich Scheufele (44) gebietet heute über einen Familienbetrieb mit rund 1200 Mitarbeitern. Und treibt neben der Herstellung von Schmuckstücken die Entwicklung von Herrenuhren höherer Komplikation voran. Scheufele: "Wir interpretieren Tradition neu."

Foto: Daniel Gerber
Das "L.U.C. Tourbillon" aus Karl-Friedrich Scheufeles Schweizer Familienunternehmen Chopard gilt als anspruchsvollstes Uhrenmodell des Schmuckhauses.

Das "L.U.C. Tourbillon" aus Karl-Friedrich Scheufeles Schweizer Familienunternehmen Chopard gilt als anspruchsvollstes Uhrenmodell des Schmuckhauses.

Angelo Bonatis "Panerai Luminor Marina 1950", tauchfähig bis 200 Meter Tiefe, misst sie stolze 47 Millimeter im Durchmesser. Der Unterwasser-Zeitmesser stammt von dem Florentiner Marinelieferanten Officine Panerani.

Angelo Bonatis "Panerai Luminor Marina 1950", tauchfähig bis 200 Meter Tiefe, misst sie stolze 47 Millimeter im Durchmesser. Der Unterwasser-Zeitmesser stammt von dem Florentiner Marinelieferanten Officine Panerani.

Seit rund 30 Jahren im Luxusgewerbe, hat der Italiener Angelo Bonati (50) ab 1997 den Wiederaufstieg des Florentiner Marinelieferanten Officine Panerani für den schweizerischen Richemont-Konzern betrieben. Bonati: "Wir haben auf den Trend mit großformatigen Uhren gesetzt."

Seit rund 30 Jahren im Luxusgewerbe, hat der Italiener Angelo Bonati (50) ab 1997 den Wiederaufstieg des Florentiner Marinelieferanten Officine Panerani für den schweizerischen Richemont-Konzern betrieben. Bonati: "Wir haben auf den Trend mit großformatigen Uhren gesetzt."

Foto: Daniel Gerber
Seit mehr als einem Jahrzehnt betreut der Manager Jörg Burghardt (38) die deutschen Geschäfte des Uhrengiganten Seiko aus Fernost. Durch seinen Einsatz ist die Präsenz des 1881 gegründete Traditionshauses - Vertretungen in mehr als 1400 Läden - beträchtlich ausgeweitet worden. Auch in den Sportbereich, wo Seiko Uhren von Nike vertreibt. Burghardt: "Mich sprechen sportlich anmutende Modelle an."

Seit mehr als einem Jahrzehnt betreut der Manager Jörg Burghardt (38) die deutschen Geschäfte des Uhrengiganten Seiko aus Fernost. Durch seinen Einsatz ist die Präsenz des 1881 gegründete Traditionshauses - Vertretungen in mehr als 1400 Läden - beträchtlich ausgeweitet worden. Auch in den Sportbereich, wo Seiko Uhren von Nike vertreibt. Burghardt: "Mich sprechen sportlich anmutende Modelle an."

Foto: Michael Dannemann
"Sportura Kinetic Chronograph": Das Spitzenmodell von Seiko bietet ein quarzgesteuertes mechanisches Werk in futuristisch gestalteter Hülle.

"Sportura Kinetic Chronograph": Das Spitzenmodell von Seiko bietet ein quarzgesteuertes mechanisches Werk in futuristisch gestalteter Hülle.

Der Jahreskalender "Ref. 5035", ein Modell von klassischer Schlichtheit und hoher Komplikation aus Philippe Sterns Manufaktur Patek Philippe, zeigt außer der Uhrzeit Datum, Wochentag und Monat an.

Der Jahreskalender "Ref. 5035", ein Modell von klassischer Schlichtheit und hoher Komplikation aus Philippe Sterns Manufaktur Patek Philippe, zeigt außer der Uhrzeit Datum, Wochentag und Monat an.

Philippe Stern (64) ist Eigentümer in dritter Generation und seit 25 Jahren Chef von Patek Philippe, der letzten unabhängigen Schweizer Uhrenmanufaktur. Diese führt er nach eisernen kaufmännischen Regeln: keine Kredite, keine Banken, alle Investitionen müssen vorher verdient worden sein. Stern: "An dem Tag, an dem du Finanzprobleme hast, bist du deine Unabhängigkeit los."

Philippe Stern (64) ist Eigentümer in dritter Generation und seit 25 Jahren Chef von Patek Philippe, der letzten unabhängigen Schweizer Uhrenmanufaktur. Diese führt er nach eisernen kaufmännischen Regeln: keine Kredite, keine Banken, alle Investitionen müssen vorher verdient worden sein. Stern: "An dem Tag, an dem du Finanzprobleme hast, bist du deine Unabhängigkeit los."

Foto: Daniel Gerber
Der gelernte Versicherungskaufmann Robert Jaeger (57) vertritt seit 1979 die deutschen Geschäfte des Schweizer Herstellers Maurice Lacroix, für den er alljährlich auch eine Pferdesporttrophäe in Baden-Baden vergibt. Jaeger: "Zifferblatt und Gehäuse ergänzen sich durch stimmige Gestaltung."

Der gelernte Versicherungskaufmann Robert Jaeger (57) vertritt seit 1979 die deutschen Geschäfte des Schweizer Herstellers Maurice Lacroix, für den er alljährlich auch eine Pferdesporttrophäe in Baden-Baden vergibt. Jaeger: "Zifferblatt und Gehäuse ergänzen sich durch stimmige Gestaltung."

Foto: Boris Schmalenberger
Beim Modell "Masterpiece Phase de Lune", hier in Tonneau-For, aus Robert Jaegers Haus Maurice Lacroix zeigt ein auf der Mittelachse laufender Pfeil das Datum auf einem großen weißen Ring an, der die Mondphase umschließt.

Beim Modell "Masterpiece Phase de Lune", hier in Tonneau-For, aus Robert Jaegers Haus Maurice Lacroix zeigt ein auf der Mittelachse laufender Pfeil das Datum auf einem großen weißen Ring an, der die Mondphase umschließt.

Mit der "Langematik Perpetual" glückte den von Hartmut Knothe geführten Uhrmachern A. Lange & Söhne im sächsischen Glashütte der erste ewige Kalender des Traditionshauses für das Handgelenk.

Mit der "Langematik Perpetual" glückte den von Hartmut Knothe geführten Uhrmachern A. Lange & Söhne im sächsischen Glashütte der erste ewige Kalender des Traditionshauses für das Handgelenk.

Hartmut Knothe (59), Ingenieur für Feinwerktechnik, hatte bereits zu DDR-Zeiten führende Positionen in der Glashütter Uhrenindustrie inne. 1991 rückte er zum Betriebsleiter und Prokuristen der wiedergegründeten Manufaktur A. Lange & Söhne auf, deren Geschicke er heute als CEO lenkt. Knothe: "Es ist wichtig, dass eine Uhrenmarke nicht jedem Trend folgt."

Hartmut Knothe (59), Ingenieur für Feinwerktechnik, hatte bereits zu DDR-Zeiten führende Positionen in der Glashütter Uhrenindustrie inne. 1991 rückte er zum Betriebsleiter und Prokuristen der wiedergegründeten Manufaktur A. Lange & Söhne auf, deren Geschicke er heute als CEO lenkt. Knothe: "Es ist wichtig, dass eine Uhrenmarke nicht jedem Trend folgt."

Foto: A. Lange & Söhne
Mehr lesen über
Verwandte Artikel