Donnerstag, 17. Oktober 2019

Chronographen Die Uhr-Macher

In Basel und Genf feiert die Haute Horlogerie alljährlich stolz ihre Erfindungen und Komplikationen. manager magazin stellt die Männer hinter den großen Marken vor. Die sagen, was sie an einer Spitzen-Uhr schätzen.

Zwei Zeiger und ein Zifferblatt zur Zeitmessung - von wegen: Die Uhr von heute kann, digital hochgerüstet, Farbfotos knipsen, die Pulsfrequenz messen, Telefongespräche ermöglichen sowie Adressen und Termine verwalten.

"Sportura Kinetic Chronograph": Das Spitzenmodell von Seiko bietet ein quarzgesteuertes mechanisches Werk in futuristisch gestalteter Hülle.
Und ihrem Träger selbst geografische Orientierung liefern. Per GPS-Messung erfährt er, wohin ihn der Weg führt. Etwa nach 330 Grad Nord-Nordost.

Derlei Innovationen verdanken sich zahllosen Epigonen der Ingenieur- und Uhrmacherkunst, die einst vom Vater aller guten Werke begründet wurde - Abraham-Louis Breguet.

Der Schweizer aus dem damals preußischen Neuenburg stellte zwischen 1780 und 1815 insgesamt 22 große Neuerungen vor, die die Uhrmacherei revolutionierten. Darunter die Stoßsicherung und das Tourbillon, das die Wirkung der Schwerkraft auf die Ganggenauigkeit aufhebt.

Und die Nachfahren des begnadeten Feinmechanikers heute - wer sind sie, was treibt sie an?

Unbeirrt den Spuren des Meisters folgen traditionsreiche Manufakturen wie Patek Philippe in Genf, ein Familienunternehmen in der dritten Generation, geführt von Patron Philippe Stern.

Oder A. Lange & Söhne im sächsischen Glashütte, die vom gelernten Ingenieur der Feinwerktechnik mit DDR-Diplom, Hartmut Knothe, als CEO gelenkt wird.

"Hoch im Kurs stehen Uhren mit besonderen Komplikationen", weiß Knothe, dessen Manufaktur mit Tourbillon, Chronograf, Mondphase und ewigem Kalender von sich reden gemacht hat. Und auf diesem Weg fortfahren will.

Aber selbst die Uhren des Modeanbieters Seiko, die in sportlichem Design daherkommen, sind der Tradition verpflichtet. Was hier kaum jemand weiß: Im Heimatland Japan verfügt die Firma über eine Reihe von angestammten Manufakturen, in denen sorgsam dekorierte, teure Mechanikuhren hergestellt werden. Freilich nur für den Markt im Land der aufgehenden Sonne.

manager magazin stellt die Männer hinter den großen Marken vor. Die sagen, was sie an einer Spitzen-Uhr schätzen.

© manager magazin 5/2003
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