XDA-Test Nichts für Eilige

mm-Redakteurin Eva Müller mühte sich mit dem Einrichten des Handy-Organizers XDA. Die Belohnung: ganz viel Spaß.

Benutzen Sie das Minicomputer-Handy XDA nie beim Friseur. Statt flink zu schneiden, wird der Haarkünstler das Gerät bestaunen, mit dem Sie Ihre E-Mails lesen oder Patiencen legen. Mein Versuch, das Gerät des Mobilfunkanbieters O2 im Salon zu testen, führte jedenfalls zu einer doppelt langen Sitzung. Der Coiffeur wollte unbedingt alle Fähigkeiten des XDA ausprobieren.

Aus der Kreuzung von Handy und Organizer ist ein Tausendsassa entstanden. Das XDA verwaltet Adressen, erinnert an Termine, dient als Notizbuch, surft im Internet, spielt Videos ab und nimmt kurze Diktate auf. Alle Funktionen überzeugen mit guter Qualität - sofern der Käufer sie vernünftig eingerichtet hat.

Die Benutzerführung des XDA, das mit dem Betriebssystem Pocket PC ausgerüstet ist, ähnelt der Bedienung der Microsoft-Programme Outlook und Office. Wenn Sie mit dieser Software vertraut sind, kommen Sie auch mit dem XDA leicht zurecht.

Schwieriger wird es, wenn Sie kein Microsoft-Nutzer sind. Das Handbuch ist kryptisch formuliert. Mir gelang es nur mit viel Experimentierfreude und Geduld, das XDA zu durchschauen. Ein Beispiel: Ich habe versucht, meine Adressdatei vom PC auf das XDA zu übertragen. Da ich keine Microsoft-Adressverwaltung besitze, ist das ein endloses Gefummel.

Übersichtlichkeit ist Trumpf: Das Display ist gut abzulesen

Übersichtlichkeit ist Trumpf: Das Display ist gut abzulesen

Foto: DDP
Touchscreen: Die meisten Funktionen werden direkt auf dem Display aktiviert

Touchscreen: Die meisten Funktionen werden direkt auf dem Display aktiviert

Foto: DDP
Für große Finger: Ein kleiner Stift hilft dabei, die richtigen Symbole zu treffen

Für große Finger: Ein kleiner Stift hilft dabei, die richtigen Symbole zu treffen

Foto: DDP
Passt bequem in die Handfläche: Der neue XDA ist trotz großen Display klein und handlich geblieben

Passt bequem in die Handfläche: Der neue XDA ist trotz großen Display klein und handlich geblieben

Foto: DDP


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Wer mit Programmen von Bill Gates arbeitet, hat mehr Glück: Die Übermittlung der Daten funktioniert reibungslos. Wichtig ist allerdings, dass die Telefonnummern in der Form "PluszeichenLändervorwahlOrtsvorwahl" angegeben werden.

Sind die einzelnen Nummern durch Schräg- oder Bindestriche getrennt, passiert Folgendes: Sie rufen durch doppeltes Tippen auf eine Anschrift den gewünschten Teilnehmer an und hören: "kein Anschluss unter dieser Nummer". Letztlich bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als alle Nummern zu ändern.

Für eilige Menschen eignet sich das XDA nicht. Internet-Seiten bauen sich nur schleppend auf. Selbst Sites, die für das mobile Web optimiert sind, erscheinen im Schneckentempo. Flotter geht es, wenn Sie Informationen wie Börsenkurse oder Wetterbericht über das integrierte Übertragungssystem WAP abrufen.

Wann der Spaß losgeht

Wann der Spaß losgeht

Echt kompliziert gestaltet sich der Zugriff auf die elektronische Post. Bevor Sie Ihre Mails aus dem digitalen Briefkasten holen können, müssen Sie das XDA konfigurieren. Dazu benötigen Sie den Namen Ihres Mail-Servers. Diese Angaben müssen Sie meist erst einmal beim kostenpflichtigen Telefonservice Ihres Internet-Providers erfragen.

Tipp: Die Server-Adresse für eingehende Nachrichten lautet oft Pop3 irgendwas und die für ausgehende Post SMTP soundso. O2 verspricht, das Problem mit einem Programm namens PocketMail zu lösen.

Achtung: Wenn Sie über T-Online kommunizieren, können Sie mit dem XDA keine Mails abrufen. Die Telekom-Tochter unterstützt die Übermittlung von Daten auf den Handy-Organizer nicht. Anders bei GMX, Web.de oder Freenet. Dort erhalten XDA-Besitzer elektronische Post anstandslos.

Ein paar Stunden hat es mich schon gekostet, bis alles eingerichtet war. Dann aber ging der Spaß los. Ich erhielt eine Mail mit 30 Fotos von der Geburtstagsparty eines Freundes. Die Schnappschüsse auf dem großen Display waren brillant - und teuer. Ein Bild umfasst 30 Kilobyte (KB). Zehn KB kosten fünf Cent, also 15 Cent pro Foto.

Fazit: Wer bereit ist, ziemlich lange an seinem neuen XDA herumzutüfteln, besitzt am Ende ein prima Gerät. Mir gefallen besonders das mobile Mailen, die ständige Verfügbarkeit meiner gut tausend Adressen und - ich gestehe - die Spiele aus dem Internet.


Produkt-Profil: Der Handy-Organizer XDA

Funktion: Das XDA ist Handy, Organizer und Internet-Terminal in einem. Bedient wird das Gerät, indem der Nutzer mit einem Stift den berührungsempfindlichen Bildschirm antippt.

Preis: Mit einem Vertrag des Mobilfunkanbieters O2 kostet das XDA 499 Euro. Wer häufig Bilder, Musik oder Spiele aus dem Internet laden will, sollte einen Spezialtarif für Vielsurfer abschließen.


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