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Zukunftstrends: Revolution im Kleinen beim Hubschrauberbau und bei elektronischen Systemen.

Hubschrauber:

Bislang galten Drehflügler als laut, unbequem, witterungsanfällig und schwer zu fliegen. All das wird gerade überwunden - in einem Generationswechsel, aus dem sich die Helikopterbauer einen ähnlichen Aufschwung erhoffen wie jenen, der Anfang der 50er Jahre den Tragflächen-Flugzeugbau erfasste: Damals wurde der Jetantrieb bei Verkehrsflugzeugen eingeführt.

Schon die Fenestron genannte Ummantelung des Heckpropellers hat jüngere Hubschraubermodelle leiser gemacht. Jetzt sollen verbesserte Flügelformen bei den Hauptrotoren das laute Heli-Geknatter messbar mindern, den Treibstoffverbrauch senken und zugleich die Reisegeschwindigkeit erhöhen.

In einem nächsten Schritt sollen steuerbare Klappen in die Rotorblätter eingebaut werden - wie in feste Tragflächen. Das könnte den Lärm weiter mindern und die Reisegeschwindigkeit um 15 Prozent steigern.

Bewegt werden diese Klappen durch Piezo-Elemente - also durch Kristalle, die sich ausdehnen, wenn elektrische Spannung angelegt wird.

Ein anderer Weg zur Geräuschreduktion wäre ein kurzes "Abkippen" des Rotorblatts an der aerodynamisch optimalen Stelle jeder Umdrehung. Da der Drehflügel nach diesem System nur für wenige Sekundenbruchteile kippt, wird der Auftrieb kaum reduziert.

Neue Dämpfungssysteme und gefederte Aufhängungen sollen künftig Schwingungen aus der Passagierkabine fern halten. Sie sollen zudem für einen so niedrigen Innengeräuschpegel sorgen, dass Gespräche auch ohne die Verstärkung durch Mikrofone und Kopfhörer möglich sind.

"Fly-by-wire": Das Prinzip, wonach die Piloten selbst größte Flugzeuge mit kleinen "Joysticks" lenken, ist bei der Airbus-Flotte seit Jahren im Einsatz. Nun zeichnet sich ab, dass die Systeme hinreichend sicher sind - auch wenn etwa während des Fluges der Bordgenerator ausfällt. Fly-by-wire, im Pilotenjargon "Cockpit-Nintendo" genannt, leitet elektrische Steuerimpulse über redundante Verschaltungen an die Hydraulik- und Stellmotoraggregate der Ruder und Klappen.

Steuerknüppel oder "-hörner", wie sie etwa in Boeings, Jumbojets und in den meisten Cockpitszenen von Kinofilmen zu sehen sind, gehören somit zu den Auslaufmodellen. Die groben Geräte wirken indirekt auf die Hydraulik der Ruder und Klappen.

Monitor-Cockpit: Der Steuerstand der Zukunft wird aufgeräumt. Im Airbus A 380 treten Monitore in die Blickfelder der Piloten an die Stelle der vielen Anzeigen, Instrumente und Armaturen. Wie im Bordcomputer eines Autos (etwa beim i-Drive von BMW) können dann verschiedene Menüs für die Bedienung der Triebwerke, der Navigation, der Klimaanlage oder der Kommunikation aufgerufen werden. Voraussetzung ist hier eine hohe Zuverlässigkeit der eingesetzten Softwaresysteme.

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