Mittwoch, 24. Juli 2019

Interview Peinliche Pannen beim Outfit

Warum die klassische Kleiderordnung nicht mehr zeitgemäß ist und worauf Manager bei ihrem Geschäftsanzug besonders achten sollten, verrät Strellson-Chef Reiner Pichler im Gespräch mit manager-magazin.de.

mm:

Herr Pichler, wenn Sie morgens vor dem Kleiderschrank stehen und die Garderobe für den Tag zusammenstellen, nach welchen Kriterien suchen Sie sich dann Ihr Outfit aus - nach Lust und Laune oder nach Dienstplan?

 Reiner Pichler (40) begann seinen Berufsweg nach der Ausbildung zum Handelsfachwirt beim Herrenausstatter Boss, wo er zum Mitglied der Verkaufsleitung aufstieg. Von 1990 bis 1995 war er Geschäftsführer Vertrieb des Unternehmens Gruppo Finanziario Tessile in Turin. Danach holten ihn die ehemaligen Boss-Besitzer Jochen und Uwe Holy zu ihrem neuen Unternehmen, der schweizerischen Strellson. Heute ist Pichler CEO der Strellson AG und CEO der Tommy Hilfiger Tailored Clothing Europe.
Daniel Gerber
Reiner Pichler (40) begann seinen Berufsweg nach der Ausbildung zum Handelsfachwirt beim Herrenausstatter Boss, wo er zum Mitglied der Verkaufsleitung aufstieg. Von 1990 bis 1995 war er Geschäftsführer Vertrieb des Unternehmens Gruppo Finanziario Tessile in Turin. Danach holten ihn die ehemaligen Boss-Besitzer Jochen und Uwe Holy zu ihrem neuen Unternehmen, der schweizerischen Strellson. Heute ist Pichler CEO der Strellson AG und CEO der Tommy Hilfiger Tailored Clothing Europe.
Pichler: Beides trifft zu: Wenn etwa eine Geschäftsreise auf der Agenda steht, suche ich etwas Anderes aus, als wenn ich den Tag im Büro verbringe. Die Wahl fürs Büro ist pure Lust und Laune.

mm: Tragen Sie nur Produkte Ihres Hauses, oder darf es schon mal teure Maßarbeit aus Italien sein?

Pichler: Ausschließlich Produkte unseres Hauses, weil ...

mm: ... sie nichts kosten?

Pichler: Weil wir der Überzeugung sind, dass wir die richtige Business-Mode schneidern. Außerdem teste ich täglich unsere Produkte, um zu beurteilen, ob sie auch bis ins Detail stimmen.

mm: Trügt unser Eindruck, dass Männermode heute mehr als früher ein öffentlich diskutiertes Thema ist?

Pichler: Das Verständnis für Herrenmode hat sicherlich zugenommen. Es ist eine Generation von Männern herangewachsen, die sich auch für Mode- und Stilfragen interessiert. Die sich ihre Kleidung selbst aussucht und nicht allein das anzieht, was Ehefrau oder Freundin ausgewählt haben.



Die Strellson Sommerkollektion 2003: Bitte klicken Sie
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mm: Seit Jahren beschwören Modedesigner das Ende der schwarzen Welle beim Business-Outfit. Die Kunden aber greifen immer noch zum dunklen Tuch. Ärgert Sie das?

Pichler: Ich sehe das nicht so eng. Zum einen sieht jeder Mann im dunklen Anzug einfach seriöser aus. Und viele müssen in ihrem Job seriös auftreten, und mit einem schwarzen Anzug kann man dann nicht viel falsch machen. Außerdem kommt der hellhäutige Europäer im dunklen Tuch besser zur Geltung. Heller Typ und heller Anzug passen oft nicht zusammen.

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