Jeans Das blaue Wunder

Die unverwüstliche Drillichhose für jedermann übersteht nicht nur alle Strapazen, sondern auch jede Marktkrise mit Bravour. manager magazin sagt, wie die lässige Lendenröhre Malocher und Manager kleidet.
Von Klaus Ahrens und Hanno Pittner

Der amerikanische Präsident George W. Bush zieht sie an, wenn er auf seiner Ranch in Texas ist. Dem deutschen Außenminister Joseph Fischer trug sie unvergänglichen Ruhm ein, als er sich 1985 mit dieser Bekleidung zum hessischen Minister vereidigen ließ. Für viele Manager sind die derben Drillich-Beinkleider die idealen Hosen für die Freizeit.

Die Jeans, vor exakt 130 Jahren von dem fränkischen Auswanderer Löb Strauss und dem Schneider Jacob Davis in der Goldgräber-Metropole San Francisco patentiert, hat eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen. Als unverwüstliche Arbeitshose aus Grobbaumwolle geschneidert und von Kupfernieten zusammengehalten, eroberte sie die Welt.

Schon neu wie abgewetzt: Joop-Jeans aus der aktuellen Kollektion

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Schlabberlook für Betuchte: Joop-Jeans aus der aktuellen Kollektion

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Tracht für Turnschuhträger: Jeans von Boss Orange Label

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Blaues Wunder in Grau: Jeans von Boss Orange Label

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Cooler Catwalker: Jeans von Boss Orange Label

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Jeans-Alarm in der Loden-Hauptstadt

Und kaum wurde sie von einer Modefraktion totgesagt, feierte sie bei anderen Hosen-Hökern fröhliche Auferstehung. Die Jeans - das ewig blaue Wunder.



Jeans vom Designer: Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.



"Jeans sind für mich ein Basic-Bestandteil jeder Garderobe", lobte der italienische Edelschneider Giorgio Armani. "Sie vermitteln irgendwie ein Gefühl von Freiheit und Lässigkeit."

Dieses Gefühl lässt der Modemacher aus Mailand seine Kunden etwas kosten: Für rund 300 Euro bekommen sie die Armani-Jeans - in limitierten Auflagen.

Am entgegengesetzten Ende der Preisskala sind die Hosen bei den Aldi-Brüdern zu haben. So boten die Billigkaufleute unlängst ihrer Kundschaft ein Exemplar der Wunderhose zum Spottpreis an - für schlichte 7,59 Euro.

Seinen Einzug in Deutschland hielt das robuste Beinkleid vor mehr als 50 Jahren mit den amerikanischen Truppen. Nach der Befreiung von Feldgrau und Knobelbechern entdeckte die Nachkriegsgeneration die Nietenhose - vorgeführt auf der Kinoleinwand von dem Rebellen James Dean, dem Raubein John Wayne und der Sex-Ikone Marilyn Monroe.



Jeans-Alarm in der Loden-Hauptstadt

Und als in den 60er Jahren eine neue Generation die Spießermode der Adenauer-Ära in die Mülltonne verbannte und mit Rockmusik und Flower-Power zu Freiheit und Abenteuer aufrief, ging es erst recht nicht mehr ohne die libertinären Lendenröhren.

Mit dem Marsch der 68er durch die Institutionen eroberte die Jeans auch höhere gesellschaftliche Ränge. In denen allerdings nicht mehr Levi's, Lee, Wrangler oder Mustang getragen wurden, sondern Designerstücke von Moschino, Donna Karan oder Calvin Klein.

Sogar in der Hauptstadt Bayerns, traditionell eher dem grünen Loden verpflichtet, hat der Trend zum edlen Blau unlängst Einzug gehalten: Gerade eröffnete Willy Bogner, Spezialist für feine Freizeitkleidung, an der Residenzstraße einen exklusiven Laden, in dem er ausschließlich Jeansmode anbietet.

Für eine gut betuchte Kundschaft, versteht sich.


Buch-Tipps

Im Jeans-Einband verpackt und locker erzählt ist die neueste Biografie der Levi-Strauss-Nietenhose, Urmutter aller Denim-Beinkleider: Katja Doubek, "Blue Jeans"; Piper 2003, 22,90 Euro.


Das Standardwerk nach wie vor: Lisa Dartmann, Susann Hartung, Eva-Susanne Krah, "Jeans. Forever Young"; Deutscher Fachverlag 1993, 68 Euro.



Luxus pur: Eine Jeans für 8000 Euro Manager-Mode: Peinliche Pannen beim Outfit Gürtel-Geschichten: Die Helfer am Hosenbund

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