Linux-Ratgeber So klappt der Systemwechsel

Neun Schritte zum gelungenen Einsatz des alternativen Betriebssystems Linux im Unternehmen.

Bestandsaufnahme

Auflisten der IT-Systeme im Unternehmen. Erfasst werden sollten neben der Hard- und Software auch die unterschiedlichen Anwendungen der Technik, deren Auslastungsgrad, Wartungsbedarf und Sicherheitsbedürfnisse.

Achtung: Wer sein Rechenzentrum ausschließlich auf Basis von Microsoft-Produkten betreibt, wird kaum von einer Umstellung auf Linux profitieren. Die Migrationskosten sind wahrscheinlich höher als die potenziellen Einsparungen.

Analyse

Identifizieren der Systeme, die sich für eine Umstellung auf Linux eignen. Nicht für alle Aufgaben existieren bereits adäquate Lösungen, die sämtliche Anforderungen eines Unternehmens zur völligen Zufriedenheit erfüllen. Besonders gut für einen ersten Linux-Versuch eignen sich einzelne Dienste wie zum Beispiel die Verteilung von E-Mails oder die Vernetzung von Druckern.

Bestehende Systeme sollten Unternehmen schrittweise umstellen, etwa wenn ohnehin Upgrades anstehen oder größere Wartungsaufgaben anfallen.

Bereits in diesem frühen Stadium lohnt sich der Einsatz eines unabhängigen Beraters, der Erfahrung mit Linux-Projekten nachweisen kann.

Machbarkeitsstudie

Abschätzen des Aufwands der Umstellung auf Linux. Neben Installation und Inbetriebnahme muss auch der Schulungsbedarf bedacht werden. Hier sollten Entscheider nicht nur das einzelne Projekt betrachten, sondern auch das Zusammenspiel mit bestehenden Systemen.

Wirtschaftlichkeitsrechnung

Die Einsparpotenziale realistisch kalkulieren. Übertrifft der Nutzen wirklich die Kosten? Kann es sein, dass allein die Erwähnung von Linux genügt, um beim bisherigen Lieferanten hohe Rabatte für Unix oder Windows zu erzielen?

Know-how-Check

Prüfen, ob ausreichend Experten mit Linux-Kenntnissen vorhanden sind oder eingestellt werden können. Mitarbeiter, die das traditionelle Betriebssystem Unix beherrschen, lernen den Umgang mit der Unix-Spielart Linux sehr schnell. Microsoft-Fachleute dagegen tun sich schwer.

Partnerwahl

Linux-Projekte sind kompliziert. Umso dringender bedarf es eines zuverlässigen Partners mit umfangreicher Linux-Erfahrung, der bei Problemen schnell hilft. Umfasst der Servicevertrag wirklich die Wartung des Betriebssystems? Kommen nur Topleute zum Einsatz? Referenzen helfen, ebenso können Probearbeiten verlangt werden.

Umsetzung

Mit kleineren Projekten, die weitgehend unabhängig von den Kernsystemen des Unternehmens funktionieren, Erfahrung sammeln. Die Einzelschritte vor Inbetriebnahme ausführlich testen. Das Gesamtvorhaben schrittweise realisieren. Immer wieder Zwischenergebnisse evaluieren.

Weiterbildung

Schulungsplan für die technischen Mitarbeiter schon vor Projektbeginn aufstellen. Für Nichttechniker Probesysteme zum Eingewöhnen bereitstellen.

Sicherheit

Ebenso wie Microsoft-Produkte ist auch Linux anfällig für Hacker-Angriffe, Viren und andere Schädlinge. Die Linux-Gemeinde reagiert flink und flexibel auf Eindringlinge und Programmierfehler. Die bereitgestellten Abwehrmaßnahmen und Verbesserungen müssen aber schnell in das System eingespielt werden. Regelmäßig Sicherheits-Updates durchführen.

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