Bücher Die Vorzeigefrau

Protest: Bestsellerautorin Naomi Klein berichtet in ihrem Buch "Fences and Windows" aus der vordersten Frontlinie der Globalisierungsdebatte.

In ihrem ersten, 2000 erschienenen Buch "No Logo" schildert Naomi Klein den Markenwahn unter amerikanischen Jugendlichen und die Mechanismen, mit denen Unternehmen die Gier nach Markenartikeln lebendig halten. Das Buch geriet zum Bestseller.

Über Nacht wurde aus Klein eine Symbolfigur der Antiglobalisierungsbewegung. Plötzlich musste die "einflussreichste Person unter 35 Jahren" ("The Times") Interviews geben, Reden halten und rund um die Welt fliegen. Das alles im Namen einer Bewegung, der es bis heute an festen Strukturen mangelt.

Kleins neues Buch, das Ende Februar auch auf Deutsch im Campus-Verlag erscheinen wird, erzählt von den Erlebnissen der Autorin als politische Aktivistin in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Klein gibt einen intimen und spannend geschriebenen Einblick in die Mechanismen und Denkmuster der Antiglobalisierungsbewegung.

Der Leser lernt wichtige Protagonisten der Bewegung kennen und erfährt, wie die Protestaktionen anlässlich von Weltbanktagungen und G7-Gipfeln organisiert werden.

Sobald Klein allerdings von der Schilderung des selbst Erlebten abschweift, verliert sie an Eindringlichkeit. In "No Logo" hatte die Autorin sich klugerweise auf die Kritik am Markenwahn beschränkt. Im neuen Werk, das zum Teil aus Kleins gesammelten Zeitungskolumnen besteht, holpert sie über unzählige Themen hinweg: von den kanadischen Antiterrorgesetzen bis zur Indianerbewegung in Mexiko.

Weniger wäre mehr gewesen.

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