USA Die Bilanz des Maestro

Fed-Chef Alan Greenspan gilt als Vater des Booms der 90er Jahre. Sein Ansehen bröckelt. Trägt er die Schuld am Crash?

Alan Greenspan, dem Chairman der US-Notenbank (Fed), wurden geradezu mystische Fähigkeiten nachgesagt. Der Weisheit des "Maestro" (Buchtitel) habe Amerika den längsten Aufschwung seiner Geschichte zu verdanken.

Doch das Bild hat Kratzer bekommen. Greenspan, so urteilen Kritiker, hat die Blase an den Aktienmärkten mitverursacht. Dass die Kurse immer weiter stiegen, dass Geldmenge und Kreditvergabe explodierten, dass die Unternehmen zu viel investierten - er hat es in Kauf genommen.

Heute leidet Amerikas Wirtschaft unter Überkapazitäten, die auf Jahre die Wirtschaft bremsen dürften. Schlimmer noch: Offenbar pumpt Greenspan derzeit die nächste Blase auf. Weil er die Zinsen auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten hält, nehmen die Bürger immer mehr Hypotheken auf, schießen die Häuserpreise in die Höhe. Vermutliche Folgen: ein Preissturz, eine weitere Rezession.

Die "rasche gleichzeitige Zunahme der Kreditvergabe und der Preise von Vermögenswerten" seien Alarmsignale, auf die Zentralbanker künftig reagieren sollten, mahnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Die Nach-Greenspan-Ära hat bereits begonnen.

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