Folgekrise Trübe Aussichten

Telko-Ausrüster entlassen Mitarbeiter

Euphorie:

Die Deregulierung der Telekom-Märkte zu Beginn der 90er Jahre sowie der Internet- und Mobilfunkboom verführte die Ausrüster zu massiven Investitionen in neue Technologien - Glasfaser, Router, UMTS. Alle Hersteller stockten ihre Fertigungskapazitäten auf und akquirierten Start-up-Firmen zu Mondpreisen.

Absturz: Zahlreiche Telefongesellschaften häuften während des Börsenbooms der Jahre 1999 und 2000 einen gigantischen Schuldenberg an. Der Markt ist überbesetzt, nun gehen dutzende von Firmen Pleite. Viele Lieferanten, die ihren Kunden einen Teil des Netzausbaus vorfinanzierten, geraten unter Druck. Der Weltmarkt für Netzausstattung schrumpfte 2001 um sechs Prozent.

Verlierer: Besonders schlimm trifft es die amerikanischen Anbieter Lucent Technologies und Nortel. Der einstige Weltmarktführer Lucent wird 2003 wohl nur noch 40.000 Mitarbeiter beschäftigen - 2000 waren es 126.000. Auch in Europa müssen die Netzausrüster - Marconi, Alcatel, Siemens, Ericsson - zehntausende von Menschen entlassen.

Ausreißer: Nur zwei Konzerne haben das Blutbad relativ unbeschadet überstanden: Handy-Weltmarktführer Nokia und der US-Konzern Cisco, der die technische Infrastruktur für das Internet liefert.

Aussichten: Alle Telefongesellschaften kürzen ihre Investitionen. 2002 ist mit einem Rückgang der Infrastrukturinvestitionen um zehn Prozent zu rechnen. Möglicherweise steht Konzernen wie Lucent, Nortel und Ericsson das Schlimmste noch bevor.

Chronik: Aufstieg und Fall der Telko-Branche


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