Bücher Aus erster Hand

Ein mittelständischer Unternehmer produziert nach Feierabend hohe Literatur.

Teamwork an der Spitze, das Ringen um die beste Lösung - eine Utopie", weiß der Autor. Und er schreibt weiter: "Natürlich gab es Geschäftsordnungen, Satzungen, Organigramme. Doch kein Organigramm spiegelte die wahren Machtverhältnisse wider."

Wir befinden uns in einer kafkaesken Welt aus Schwindel, Heuchelei und Verrat. Zwischen vier Frauen, Führungskräfte allesamt, entbrennt ein heftiger Kampf. Sie streiten um Besitz und Kontrolle eines Unternehmens, um Geld und Sex.

Ein Roman aus der Wirtschaftswelt, nicht von einem böswilligen Außenseiter verfasst, sondern von einem, der sich auskennt: Ernst-Wilhelm Händler ist ein vielfach vom Feuilleton gefeierter Autor und zugleich Chef des mittelständischen Leichtstahl- und Gerätebau-Unternehmens Händler GmbH & Co. KG im oberpfälzischen Cham. Die Zeit zum Schreiben findet er im Flugzeug, unterwegs zu Geschäftsterminen, und an Wochenenden.

Mit "Wenn wir sterben" legt Händler bereits seinen vierten Roman vor. Zu Recht wird der Autor zur ersten Garnitur der deutschen Gegenwartsliteraten gerechnet. Er beherrscht die Erzählmittel der Moderne in allen Spielarten. Für den Leser bedeutet dies: Die Lektüre fällt nicht immer leicht. Aber dafür liefert Händler eine literarische Innenansicht der Wirtschaft aus erster Hand.

Ernst-Wilhelm Händler: "Wenn wir sterben"; Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt 2002, 475 Seiten, 26 Euro.

Holger Rust, "Zurück zur Vernunft" Das große Handbuch der Strategieinstrumente Lektüre: Dieter Vogel über Fusion und Wahn Bestsellerliste: Die meistverkauften Wirtschaftsbücher

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