Absteiger Zu viel gewagt

Das Ende von Knorr Capital

Es gab eine Zeit, da konnten die Ziele für Thomas Knorr (49) gar nicht ehrgeizig genug sein. Innerhalb weniger Jahre, prophezeite der stets in italienischen Edelzwirn gehüllte Münchener, würde seine eben dem Start-up-Alter entwachsene Wagniskapitalbude Knorr Capital Partners am europäischen Marktführer 3i vorbeiziehen. Das Eigenkapital wollte er bis zum Jahr 2003 von 24 Millionen Euro (1999) auf eine Milliarde Euro vervierzigfacht haben, und Knorrs Firma sollte sich zur profitabelsten Venture-Capital-Gesellschaft des Kontinents entwickeln.

Alles nur Sprüche. Seit September hat bei Knorr der Insolvenzverwalter das Kommando.

Schon die Firmen, die Knorr an den Neuen Markt brachte, waren Luftnummern. Seine Versuche, sich durch Fusionen mit dem Mettmanner Emissionshaus Gold-Zack oder dem Schwalbacher Vermögensverwalter VMR Größe zu erkaufen, scheiterten.

Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn der Mann sein Geld zusammengehalten hätte. Doch Reserven waren in Knorrs Gedankenwelt Verschwendung. Selbst als die Kurse längst eingebrochen waren, raffte er weiter Firmen zusammen.

Frische Mittel bekam Knorr freilich längst nur noch auf Pump. Und das war sein Ende. Aufgeschreckt durch 66 Millionen Euro Verlust, forderten die Banken ihr Geld zurück. Knorr, der sich im April in den Aufsichtsrat zurückgezogen hatte, blieb nur noch der Gang zum Insolvenzrichter.

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