Sonntag, 26. Mai 2019

Neue Bundesländer Die Probleme

Woran die ostdeutsche Wirtschaft krankt

Arbeitslosigkeit:

1,5 Millionen Menschen sind offiziell ohne Job, die Quote liegt bei 19 Prozent. Weitere 500.000 Männer und Frauen gelten als verdeckt arbeitslos.

Produktivität: Im Durchschnitt liegt die Arbeitsproduktivität nur bei 70 Prozent, die Kapitalproduktivität bei 87 Prozent des Westniveaus.

Arbeitskosten: Die Löhne in der ostdeutschen Industrie betragen rund drei Viertel des Westniveaus. Wegen der geringeren Produktivität liegen die Lohnkosten aber höher als im Westen. Besonders problematisch: Der öffentliche Dienst, der seit Beginn dieses Jahres 90 Prozent der Westgehälter zahlt, treibt die Löhne auch in anderen Branchen nach oben, wie der aktuellen Tarifstreit zeigt.

Branchenstruktur: Verglichen mit Westdeutschland haben die neuen Länder zu wenig Industrie, zu wenig Hightech, aber einen viel zu großen Bausektor. Der öffentliche Dienst ist überbesetzt.

Mangel an Unternehmen: Kein einziger Großkonzern hat seinen Sitz in den neuen Ländern. Auch im Mittelstand fehlen Unternehmer: Der Anteil der Selbstständigen liegt weit unter Westniveau.

Infrastrukturrückstand: Auch zwölf Jahre nach der Vereinigung gibt es zu wenige Verkehrswege. Insbesondere das Straßennetz ist löchrig: Die Pro-Kopf-Ausstattung beträgt nur rund 60 Prozent des Westniveaus.

Dünne Besiedlung: Wirtschaftliche Dynamik entwickelt sich in Ballungsräumen. Die aber sind in Ostdeutschland rar. Als Wachstumspole gelten lediglich sieben Städte: Dresden, Leipzig, Halle, Erfurt, Jena, Chemnitz und Berlin.


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