Bilanzen Arm oder reich?

Wie Unternehmen ihre Ergebnisse beeinflussen können

Für viele Firmen stellte sich vergangenen Herbst die Frage, wie es nach den Terroranschlägen in ihrer Branche weitergehen werde. Ein Konzern, der ohne die Auswirkungen des 11. September 500 Millionen Euro Überschuss erzielt hätte, konnte in seiner Bilanz leicht einen Gewinn oder Verlust errechnen - je nachdem, welches Szenario die Firmenlenker unterstellten.

Szenario 1:
Leichter Abschwung, Erholung ab Mitte des Folgejahres
Ursprünglicher Gewinn: +500 Mio. Euro
Annahme Maßnahme Folge in der Billanz
ein Teil der Vorräte wird nicht verkauft Bestände werden zu 25 Prozent abgeschrieben -100 Mio. Euro
leichtes Ausfallrisiko für Forderungen Pauschalwertberichtigung -100 Mio. Euro
Kapazitäten bleiben weit gehend ausgelastet keine Änderung der Abschreibung auf das Anlagevermögen 0
temporäre Krise keine Maßnahmen 0
Gewinn: +300 Mio. Euro

Szenario 2:
Scharfer Abschwung, Erholung frühestens in 2 Jahren
Ursprünglicher Gewinn: +500 Mio. Euro
Annahme Maßnahme Folge in der Billanz
Vorräte werden nahezu unverkäuflich Bestände werden zu 75 Prozent abgeschrieben –300 Mio. Euro
erhöhtes Ausfallrisiko für Forderungen Pauschalwertberichtigung wird erhöht –200 Mio. Euro
im Unternehmen entstehen Überkapazitäten außerplanmäßige Abschreibung auf das Anlagevermögen –150 Mio. Euro
Krise erfordert Anpassung der Unternehmensstruktur Restrukturierungsrückstellung für zusätzliche Aufwendungen –150 Mio. Euro
Verlust: –300 Mio. Euro


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