Bücher Lektüre für die Chefs

Management-Buy-out: Mut und Geld reichen nicht für eine erfolgreiche Firmenübernahme. Was es alles zu bedenken gilt, beschreiben fachkundige Autoren.
Von Heinz Metzen

Management-Buy-outs (MBO), die Verkäufe "reifer" Unternehmen an ihr Management, haben an Attraktivität (Sicherheit und Return on Investment) gewonnen - inzwischen sind sie für Venture-Capital-Anleger sogar spannender als die Investition in Unternehmensneugründungen. Entsprechend groß ist der Wettbewerb der auf diesem Terrain spezialisierten Anlagefirmen.

Im europäischen Mekka der MBO, dem Centre for Management-Buy-Out Research (CMBOR) im britischen Nottingham, traf sich jetzt die Weltelite für MBO und Venture Capital und wagte einen Blick ins nächste Jahrtausend: Die Aussichten für die kaufenden Manager werden besser; die für die Anlageberater schwieriger, weil immer mehr Akteure teilhaben wollen. Grenzüberschreitende Aktivitäten nehmen zu.

Thesen:

  • Das Gesamtvolumen der MBO und die Zahl der interessierten Anleger werden wachsen.


  • Manager sowie Unternehmer sind in zunehmendem Maße qualifiziert für die Verhandlungen mit Kapitalgebern.


  • Der Wettbewerb unter den Anlageberatern wird härter, provokativer, transparenter und globaler - nicht zuletzt durch den Handel via Internet.


  • Damit wird der Venture-Capital-Markt sehr viel informierter, ideen- und beziehungsreicher als bisher.


Mike Wright/Ken Robbie: "Management Buy-outs and Venture Capital into the next Millennium"; Edward Elgar Publishing, Cheltenham 1999, 368 Seiten, 69,95 Pfund.

Eigentlich dürften MBOs gar nicht funktionieren: zum einen wegen des unzureichenden Eigenkapitals; zum anderen, weil sich die Deals vorzugsweise im schrumpfenden technischen Industriesektor abspielen. Erstaunlicherweise klappen sie aber doch - und sogar besser als viele andere Anlageformen.

Das Erfolgsgeheimnis: dramatische Produktivitätssteigerungen. Not macht wohl nicht nur erfinderisch, sondern auch geizig. Und mehr als das: MBOs locken in erheblichem Umfang Risikokapital an, führen langfristig zu einem optimalen Einsatz knappen Eigenkapitals und damit zu steigenden Beschäftigungszahlen.

Dieses Buch aus Schweizer und deutschen MBO-Kreisen zeigt anhand von neun anschaulichen Fallbeispielen, darunter auch zwei negativen, wie die Verkäufe gelingen können.

Thesen:

  • Kaufpreis und Finanzierungsbedingungen sind naturgemäß überlebenskritisch.


  • Ideale MBO-Unternehmen sind nicht mehr jung und noch nicht sanierungsbedürftig. Am aussichtsreichsten sind Firmen, die noch über ergiebige Cash-cow-Produkte verfügen.


  • Der wichtigste Erfolgsfaktor für MBOs ist das Management.


  • Insbesondere der deutsch-schweizerische MBO-Markt birgt in den kommenden Jahren noch beachtliche Wachstumsreserven.

Kurzkritiken

Kurzkritiken

Friedrich Then Bergh: "Leveraged Management Buyout"; Deutscher Universitäts Verlag, Leverkusen 1998, 234 Seiten, 89 Mark.
Wie wirkt sich die hohe Verschuldung des Managements beim MBO aus? Exzellent. Hier steht warum.


Stefan E. Gros: "Das Management-Buyout-Konzept als Instrument der Unternehmensprivatisierung bei der Transformation einer Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft"; Peter Lang, Frankfurt/Main 1998, 259 Seiten, 89 Mark.
Sind die rund 3000 MBOs in den neuen Ländern ein Erfolg? Jein. Viele funktionieren noch, aber mit zuviel Staat und zuwenig Leverage.


Karsten Heidemann: "Das Verhältnis zwischen Management und Aktionären beim MBO in den USA und Deutschland"; Peter Lang, Frankfurt/Main 1994, 271 Seiten, 79 Mark.
Der Autor läßt den Leser von der jahrzehntelangen Erfahrung der Amerikaner mit MBOs profitieren.


Franz Kirchmeier: "Management Buy Out im Steuerrecht. Die Steuergestaltung beim fremdfinanzierten Unternehmenskauf"; Luchterhand, Neuwied 1994, 348 Seiten, 98 Mark.
Ein Pferdefuß von MBOs für die Unternehmensnachfolge ist das Steuerrecht. Hier sind Lösungen.


Claus Niemann: "Informationsasymmetrien beim Unternehmensverkauf"; Deutscher Universitäts Verlag, Leverkusen 1995, 343 Seiten, 118 Mark.
Unternehmensauktion und kleine AG schützen die alten Eigner beim MBO gegen Übervorteilung durch das übernehmende Management.


Klaus-R. Wagner: "Management Buy Out. Führungskräftebeteiligung Arbeitnehmerbeteiligung": Luchterhand, Neuwied 1993, 272 Seiten, 68 Mark.
Wagners Standardwerk bietet immer noch den besten Einstieg in die "do's and don't's" der MBO-Gestaltung.

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