Biotech Newcomer mit Visionen

Vier Biotech-Neulinge, denen Experten einen Durchbruch zutrauen. Drei davon kommen aus München.

Genome Pharmaceuticals (GPC):

Das 1997 gegründete Unternehmen sitzt auf einem soliden Finanzpolster von über 16 Millionen Mark. GPC spürt Krankheitsgene auf und verkauft die Wirkstoffkandidaten an die Pharmaindustrie. So sucht die Firma im Auftrag des Pharmakonzerns Byk Gulden nach Genen, die Magengeschwüre und Lungeninfektionen auslösen. 50 Millionen Mark stehen dafür bereit. Das ehrgeizige Ziel von GPC-Chef Bernd Seizinger: Er will ein "Portfolio solcher Allianzen schmieden“ und "in den US-Markt einbrechen“.

Wilex: Der Neuling aus München entstand eher zufällig. Nur dem Business-Plan-Wettbewerb von McKinsey ist es zu verdanken, daß Olaf Wilhelm eine Entdeckung, auf die er als Oberarzt der Frauenklinik stieß, in ein marktreifes Medikament umsetzen will. Das Präparat, an dem der gebürtige Amerikaner mit seiner 16köpfigen Truppe forscht, soll die Ausbreitung von Brust- und Eierstockkrebs verhindern.

Artemis Pharmaceuticals: Der Start-up aus Köln beeindruckt schon allein durch die Starbesetzung an der Spitze: Zu den drei Gründern zählen die Tübinger Medizin-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard, der angesehene Kölner Genetikprofessor Klaus Rajewsky und Peter Stadler, langjähriger Leiter der Biotechnologie beim Pharmariesen Bayer. Die Artemis-Forscher suchen im Erbgut von Zebrafischen und Mäusen nach Genen, die auch beim Menschen Massenleiden wie Krebs oder Diabetes verursachen. So wollen sie im Verbund mit Pharmamultis Blockbuster entwickeln.

Micromet: Das 1993 gegründete Unternehmen ist ein Ableger des Instituts für Immunologie der Uni München. Das Team um den Ex-Andersen-Consulting-Berater Erich Felber ist bösartigen Krebszellen auf der Spur, die sich im Körper verstecken und oft Jahre nach einer Operation neue Metastasen bilden. Ziel der Martinsrieder Forscher ist es, solche Zellen zu erkennen und mit Hilfe von Antikörpern unschädlich zu machen. Das würde die Überlebenschancen der Patienten signifikant erhöhen. Die wissenschaftliche Basis, auf der dieses Prinzip beruht, wurde im "Science“-Magazin als einer von zehn Durchbrüchen des Jahres 1998 gefeiert.

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