Firmengründer - Thomas Hundt Kreative Katastrophe

Der Schock für Dieter Hundt (62) kam im zweiten Semester. Kurz und bündig teilte ihm sein Sohn Thomas (33) eines Tages mit, dass er das Maschinenbaustudium hinschmeiße, um auf Architektur umzusatteln.
Von Claus G. Schmalholz

Aus der Traum von der Nachfolge bei den Allgaier-Werken, einem alteingesessenen Maschinenbaubetrieb, den Hundt als geschäftsführender Gesellschafter leitet und in dem er seit 26 Jahren arbeitet. "Das war eine Katastrophe für meinen Vater", sagt Hundt junior.

Dieter Hundt bewahrte Haltung. Was dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände nicht leicht fiel, zumal er sich als knüppelharten Macher bezeichnet. Sein Sohn ein Architekt, ein Kreativer, ein Luftikus womöglich?

Die Sorge war unbegründet. Die Erbanlagen wirkten. Thomas Hundt schloss das Studium an der Uni Stuttgart ordnungsgemäß mit einem Diplom ab, arbeitete zwei Jahre freiberuflich und gründete schließlich 1998 ein eigenes Unternehmen. Nicht etwa – wie man annehmen könnte - ein Architekturbüro, sondern die Multimediaagentur Jangled Nerves. Zusammen mit seinem Studienkollegen Ingo Zirngibl (36) und 20 Mitarbeitern gestaltet Hundt Messe- und Internet-Auftritte für Firmen wie Viag Interkom oder Audi.

Er schätze seinen Vater als Ratgeber, sagt Hundt. Auf konkrete Hilfe verzichte er jedoch lieber. Das Startkapitel von 50.000 Mark haben er und sein Gründerkollege selbst zusammengespart.

Papa passt auf: Lars Wössner von ECircle.de


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