Berater Vorsicht vor Luftschlössern

Ratschläge für den Einsatz von Unternehmensberatern

Die Ergebnisse der mm-Enquete lassen sich zu folgenden Empfehlungen zusammenfassen:

1. Auswahl von Beratern

  • Bevor Aufträge erteilt werden, sollten stets Angebote verschiedener Firmen eingeholt werden; die Consultants sollten diese persönlich vorstellen (Beauty Contest).


  • Damit die Angebote auf die Besonderheiten der Branche und des Unternehmens zugeschnitten sind, sollten die Beratungsunternehmen vorher genau gebrieft werden.


  • Bei der Entscheidung für einen Berater sollte die Schlüssigkeit des Projektvorgehens und die Kompetenz der Berater, die vor Ort das Projekt durchführen, entscheidend sein, nicht der Name der Consulting-Firma. Dabei sollte jeder im Projekt eingesetzte Berater intensiv geprüft werden. Wenn Sie Zweifel an der Qualifikation haben, verlangen Sie andere Personen.


  • Mitglieder des Auswahlgremiums sollten auf jeden Fall der zuständige Vorstand, der operativ Geschäftsverantwortliche und der vorgesehene interne Projektleiter sein.

2. Durchführung von Projekten

  • Um die zu erarbeitenden Ergebnisse im Unternehmen zu verankern und eine hohe Identifikation sicherzustellen, sollten ebenso viele eigene Mitarbeiter wie Berater dem Projektteam angehören. Wer keine eigenen Leute einsetzt, das belegt die mm-Enquete, bekommt schlechtere Ergebnisse.


  • Auf Kundenseite sollte der Verantwortliche für das untersuchte Geschäft das Beratungsprojekt leiten. Das stellt sicher, dass die Expertise des Unternehmens voll einfließt. Projekte, die von Vorstand/ Geschäftsführung geleitet wurden, schnitten schlechter ab.


  • Projektteams sollten mindestens wöchentlich, Lenkungsausschüsse alle vier bis sechs Wochen tagen.


  • Die Mitarbeiter des Unternehmens sollten nicht nur zur Datenbeschaffung eingesetzt, sondern auch in die Projektplanung und das Erarbeiten von Empfehlungen einbezogen werden.

3. Umsetzung der Ergebnisse

  • Achten Sie auf eine detaillierte Planung der Umsetzung mit exakten Arbeitsplänen, Ressourcenzuweisungen und Verantwortlichkeiten. Nur so wird die Umsetzung wirkungsvoll gesteuert. Lediglich die Hälfte der Berater plant laut mm-Enquete die Implementierung im Detail.


  • Installieren Sie einen Lenkungsausschuss, der die Umsetzung mindestens zweimonatlich begutachtet.


  • Stellen Sie sicher, dass stark vernetzte Aufgaben auch im Team umgesetzt werden. Hierzu sind Implementierungs-Workshops mit allen von dem jeweiligen Thema betroffenen Abteilungen sinnvoll. Die Entscheidungen dieser Workshops müssen endgültig sein. Bei einer anderen Vorgehensweise besteht die Gefahr, dass Beschlüsse von Projektgruppen hinterher durch nicht in den vorherigen Prozess einbezogene Entscheidungsträger über den Haufen geworfen werden.


  • Forcieren Sie die Umsetzung: Dauert die Implementierung länger als vier bis sechs Monate, werden Beschlüsse häufig wieder verwässert.


  • Verpflichten Sie den Berater von vornherein dazu, sich an der Umsetzung zu beteiligen. So verhindern Sie, dass dieser Luftschlösser baut. Im Schnitt bezieht nur jedes zehnte Unternehmen die Berater in vollem Umfang in die Umsetzung ein.


  • Setzen Sie den internen Projektleiter auch als Verantwortlichen für die Umsetzung ein. Treffen Sie mit ihm eine detaillierte, konkrete Zielvereinbarung.

Der Autor Ralf Wicharz ist Geschäftsführer der Cologne Strategy Group, Gesellschaft für strategische Unternehmensführung mbH, Köln.


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