AOL/Microsoft Muskelspiele

Der Online-Dienst legt sich mit dem Softwaregiganten an. Droht ein neuer Browserkrieg?

Erinnern Sie sich noch an Netscape? Richtig, das war doch dieses tolle Surfprogramm aus den Anfängen des Internets. Die Gründer von Netscape gehörten zu den ersten, die das Surfen durch das World Wide Web überhaupt möglich machten.

Dann kam der Browserkrieg. Softwaregigant Microsoft brachte 1995 ein eigenes Surfprogramm, den Internet Explorer, heraus. Heute ist Microsoft Marktführer - dank einer Partnerschaft mit America Online (AOL), dem weltweit größten Internet-Provider.

Die Firmen hatten 1996 eine Kooperation vereinbart - zum beiderseitigen Nutzen: AOL vermarktete den Internet Explorer, Microsoft unterstützte im Gegenzug den Internetdienst AOL. Mit beiden Produkten ging es rapide bergauf. Der Marktanteil des Konkurrenten Netscape schrumpfte auf 13 Prozent. Der Browser ist fast schon Geschichte.

Doch nun könnte Netscape wieder zum Leben erwachen. Denn mit der Partnerschaft zwischen AOL und Microsoft ist es seit Jahresbeginn vorbei. Der Fünf-Jahres-Vertrag ist ausgelaufen. Da es zum Schluss heftig kriselte, setzten die Firmen die Liaison nicht fort.

Erst seit Mai gibt es wieder Gespräche. Und nicht nur das: Beide Seite bauen Drohpotenzial auf.

AOL verfügt seit 1999 über ein Druckmittel gegen Microsoft. Damals erwarb AOL Netscape. Nicht etwa, um die Hoheit über den Browser zu bekommen; zum Surfen musste der Internet-Betreiber ja vertragsgemäß den Internet Explorer des Partners Microsoft empfehlen.

AOL war allein an der Netscape-Einstiegsseite ins Internet, dem viel besuchten Portal "Netcenter", interessiert. Vom Zugriff auf Netcenter versprach sich der AOL-Gründer Steve Case (42) eine weitere Erhöhung des Bekanntheitsgrads von AOL.

Weiter zum zweiten Teil: AOL braucht Microsoft

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