Forum Leserbriefe

Positive Grundhaltung


Die reichsten Deutschen:mm-Ranking der 100 vermögendsten Bundesbürger (mm 2/2001)

Ich bin mit einer Amerikanerin verheiratet und habe selbst fünf Jahre in Nordamerika gelebt. Deshalb kenne ich solche Rankings, die dort aber viel selbstverständlicher sind als in Deutschland. Meine Erfahrung ist, dass in den USA die Bewunderung vor dem Neid rangiert. Mitarbeiter eines Unternehmens sind in der Regel stolz darauf, wenn ihr Chef zu den "Reichen" zählt. Keiner will schließlich für einen Verlierer tätig sein.

Die Mehrheit ist immer noch überzeugt, dass in ihrem Land jeder reich werden kann, wenn er sich anstrengt und clever ist. Diese teilweise etwas naive Einstellung ist jedoch die Ursache für die positive Grundhaltung der Amerikaner gegenüber dem Leben, ihre höhere Risikobereitschaft und ihren sprichwörtlichen Optimismus - eigentlich macht sie das doch eher sympathisch.

Dr. H. Joachim Kessler,
Freiberg

Die Einteilung in Familien und Einzelpersonen ist für mich manchmal nicht nachvollziehbar. Während die Albrecht-Brüder, die ja den größten Teil ihres Vermögens durch die Teilung in Aldi-Nord und Aldi-Süd (mehr oder weniger) unabhängig voneinander aufgebaut haben, als "Familie Albrecht" geführt werden, sind die Quandt-Erben als Einzelpersonen aufgeführt. Aber gerade hier kann man eigentlich von einer Familiendynastie sprechen, weil ja das Vermögen über mehrere Generationen vererbt und vermehrt worden ist. Würde man die Vermögen von Susanne Klatten (Platz 6), Stefan und Johanna Quandt zusammenrechnen, käme die "Familie Quandt" mit 31,6 Milliarden Mark gleich hinter der Familie Boehringer auf Platz 3.

Aber schließlich ist Vermögen, wie Sie es auch in den Bewertungskriterien beschrieben haben, nicht so leicht quantifizierbar.

Frank Dullweber,
Konstanz

Es putzt die Frau des Chefs

Internet: Glosse über Krisensignale bei Dotcom-Firmen (mm 2/2001)

Ehrlich: Ich habe geschmunzelt, als ich Ihre Glosse gelesen habe. Obwohl ich selbst den Konkurs einer Firma erlebte: kein Dotcom-Unternehmen, deshalb auch keine Extras wie Flugdienste. Aber in etlichen anderen Punkten fand ich Erlebtes wieder:

  • Sparsame Einkäufe bei Aldi für die Kantine - der letzte Kaffee wurde bereits aus der Privatschatulle des Konkursverwalters bezahlt.
  • Blumen gab es nur bei Kundenbesuchen.
  • Die Putzfrau kommt nicht mehr, dafür putzt die Frau des Chefs.
Obwohl dies eine Glosse ist - täglich trifft es mehr als eine Firma in Deutschland.

Doch das Leben geht weiter - in jedem Problem liegt eine neue Chance. Deshalb konnte ich über Ihren Artikel lachen.

S. Bräuer,
per E-Mail

Insignien der Macht

Auslandseinsätze: Die Rückkehr ist schwieriger als der Aufbruch (mm 12/2000)

Die Vorbereitung der Rückkehr beginnt bereits vor der Entsendung ins Ausland. Wichtigster Punkt dabei ist: Als Expatriate führt man ein privilegiertes Leben am neuen Standort. Wir Auslandsmanager werden mit allen notwendigen Insignien der Macht ausgestattet, um die Arbeit vor Ort so erfolgreich wie möglich durchführen zu können. Dazu gehören sowohl so offensichtliche Dinge wie Titel und Verantwortung des entsandten Mitarbeiters als auch die soziale Stellung des Partners, der häufig in Socialising- und Networking-Aktivitäten eingebunden ist. Meine Familie und ich haben uns von Anfang an immer wieder ins Bewusstsein gerufen, dass - auf Grund der Befristung des Auslandsaufenthalts auf fünf Jahre - spätestens bei der Rückkehr nach Deutschland alle geliehenen Insignien wieder abgegeben werden müssen; wir sind nicht in ein schwarzes Loch gefallen.

Weit wichtiger als die Suche nach einer neuen Wohnung oder der geeigneten Schule, die Behördengänge oder die Anschaffungen, vom neuen Auto bis zur Einbauküche, war für uns die persönliche Ver- und Aufarbeitung der Erlebnisse in den USA. In diesem Punkt haben wir die Selbstinitiative ergriffen: Statt unsere Freunde und Kollegen mit unseren vielen Erfahrungen aus den USA zu überfordern, berichten meine Frau und ich davon in Seminaren für zukünftige Auslandsmanager. Gerade wieder haben wir im Rahmen eines Relocation-Seminars des USA-Forums mitgeholfen, zukünftige Expats und deren Familien auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten. Wie konnte es anders sein, das zum Ende der Veranstaltung besprochene Thema war: "Denken Sie bereits an Ihre Rückkehr, bevor Sie ins Ausland gehen."

Ansgar Elfgen,
Aachen

Zweiter Platz

Daimler-Chrysler: Die Herausforderungen für das Management sind kaum zu meistern (mm 2/2001)

Sie berichten, dass im vergangenen Jahr mehr Mercedes-Fahrzeuge als Opel-Fahrzeuge verkauft wurden. Laut neuester Statistik des Kraftfahrtbundesamtes wurden im vergangenen Jahr 413.839 Opel und 409.214 Mercedes zugelassen.

Mercedes steht also nach wie vor an dritter und nicht, wie Sie berichten, an zweiter Stelle der Zulassungsstatistik.

Peter Greiner,
per E-Mail

Leser Greiner hat Recht. mm konnte auf Grund des Redaktionsschlusses nur die Zahlen bis Ende November berücksichtigen. Zu diesem Zeitpunkt lag Mercedes vorn. Die Red.

Gefallene Helden

Titel Internet: Sieben Irrtümer über die New Economy (mm 1/2001)

Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen und Ihnen ein großes Dankeschön für Ihre Darstellung der "Internet-Lüge" zukommen lassen.

Immerhin: "Es gibt ja offenbar wohl schon noch ein Leben nach dem Tod. Wer stirbt, erhält Einzug in die Ruhmeshalle des Cyberspace." Ein Witzbold habe sie dort alle gesammelt; die gefallenen Helden der "New Economy". Da sie unterm Strich noch immer nicht das erbracht haben an Leistung, was man sich von der "New Economy" so sehnlichst erhofft hatte.

Michael Jens Corneli,
Witten/Ruhr

Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften zu kürzen.