Editorial Die Manager-Treppe

Von Wolfgang Kaden

Seit Jahren gehört die Politiker-Treppe des "Spiegel" als feste Größe zur politischen Szene unseres Landes: jene demoskopisch ermittelte Tabelle, die Auskunft gibt, wo die Spitzenpolitiker in der Gunst des Wählerpublikums angesiedelt sind.

Was Schröder, Fischer oder Merkel für die Politik, das sind Namen wie Schrempp, Piëch oder von Pierer für die Wirtschaft: Die einen personifizieren Parteien und politische Richtungen, die anderen Unternehmen und deren Erfolg oder Misserfolg. Welches Ansehen aber genießen die Großen der Wirtschaft? manager magazin wird Ihnen, in Kooperation mit Kirchhoff Consult, zukünftig regelmäßig die Manager-Treppe präsentieren; ein Ranking, das Auskunft gibt, wie es um den Ruf der bekanntesten 20 Topmanager im Lande bestellt ist.

Das renommierte Meinungsforschungsinstitut Emnid befragt vierteljährlich rund tausend Bundesbürger, die Aktien besitzen. Sie geben Auskunft, wem sie zutrauen, den Unternehmenswert zu steigern. mm-Finanzredakteur Ulric Papendick hat die Ergebnisse der ersten Manager-Treppe aufbereitet und interpretiert.

Noch mehr Starrummel um die Topmanager, mag da mancher einwenden. Aber so sind die Zeitläufte nun mal: Je breiter Aktien in der Bevölkerung gestreut sind, umso größer das Bedürfnis, Unternehmen mit einem Gesicht zu verbinden.

Nicht immer zum Vorteil der Betroffenen. In unserer Titelgeschichte über die Qualität des Topmanagements kommt mm-Reporter Dietmar Student zu einem eher betrüblichen Ergebnis: Immer noch wirken die Mechanismen der alten Deutschland AG. Abgängige Vorstandsvorsitzende suchen sich die Nachfolger aus; anschließend überwachen sie den Mann ihrer Wahl aus dem Aufsichtsratsvorsitz.

Die Herren bleiben unter sich, man hält zusammen. Anders als in den USA wird Erfolglosigkeit in Deutschland entschieden zu lange toleriert. Da unterscheiden sich die Herren auf der Politiker-Treppe deutlich von denen auf der Manager-Treppe: In der Politik werden Versager schneller aussortiert. Zuweilen können Manager eben auch von Politikern lernen.

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Das mm-Börsenbarometer im Internet

Weitere Details der Befragung präsentiert manager-magazin.de ab Montag in einer täglichen Serie. Die ausführliche Analyse zum Börsenbarometer lesen Sie in der aktuellen gedruckten Ausgabe des manager magazin (4/2001).


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