Montag, 24. Februar 2020

Sportmarke Hummel "Wir wollen den FC Bayern gar nicht sponsern"

Frauenfußball-Nationalmannschaft von Afghanistan

2. Teil: "Wir können es uns leisten, eine Hippie-Stadt zu fördern"

mm: Ihr Engagement macht Eindruck. Die großen Fußballteams dieser Welt werden Sie aber nur mit Geld überzeugen können. Die Nationalteams aus Deutschland, Spanien oder Brasilien werden entweder von Adidas Börsen-Chart zeigen oder Nike Börsen-Chart zeigen ausgestattet. Ist da überhaupt Platz für einen kleinen Rivalen wie Hummel?

Stadil: Letztes Jahr haben wir immerhin einen Umsatz von 250 Millionen Euro und übrigens auch Rekorderlöse in Deutschland erreicht. Aber Sie haben natürlich Recht, Adidas und Nike haben eine ganz andere Finanzkraft. Wir werden vermutlich nie den FC Bayern oder den FC Barcelona ausstatten. Aber das ist nicht schlimm. Selbst wenn wir das könnten, wir wollen es gar nicht. Wir bevorzugen Teams, die eine Story haben, eine echte Mission, und die zu unseren Werten passen.

mm: Aber reicht das, um im Wettbewerb mit Nike, Adidas & Co. nicht unter zu gehen?

Stadil: Manche Dinge können wir tun, die Adidas oder Nike niemals tun könnten. Beispielsweise sponsern wir das Fußballteam des autonomen dänischen Freistaats Christiania. Das ist eine Kommune, in der manchmal auch Gras verkauft und gekifft wird. Das unterstützen wir natürlich nicht aktiv. Aber wir können es uns leisten, eine Hippie-Stadt zu fördern, ohne dass gleich die Aktionäre einen Aufstand machen. Unser Vorteil ist, dass wir nur einen Besitzer haben: mich.

mm: Sie unterstützen schräge Underdogs, gut. Aber ist das wirklich ein wirtschaftlicher Vorteil?

Stadil: Davon bin ich überzeugt. Momentan entwickeln wir gerade einen Sneaker zusammen mit Designern aus Christiania. Außerdem wollen wir auch Sneakers zusammen mit Tuborg kreieren, einer dänischen Biermarke. Wir tun Dinge, die ein bisschen anders sind - und ein bisschen bekloppt. Und das ist auch unsere Chance gegen die Großen. Unser Ziel ist es, dass es in jeder Fußballmannschaft ein bis zwei Leute gibt, die unbedingt Hummel tragen wollen.

mm: Hummel war bislang vor allem als Handballmarke bekannt. Wie wollen Sie die Kunden von Ihren Fußball-Produkten überzeugen?

Stadil: Wir sind eine der ältesten Sportmarken der Welt. Hummel wurde 1923 in der Nähe von Hamburg gegründet und ist damit älter als Adidas, Puma Börsen-Chart zeigen oder Nike. Wir haben vermutlich weltweit den ersten Fußballschuh gemacht. Unsere Produkte sind heute mindestens genau so gut wie die der Konkurrenz. Aber eben ein bisschen frecher.

Am Dienstag, 17. Februar, referiert Christian Stadil in der manager lounge Hamburg über "die Karma Company hummel sowie skandinavische (kreative) und deutsche Führungsstile"

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