Montag, 23. September 2019

Was Apple-Anleger ignorieren 203 Milliarden Dollar Cash und andere Kleinigkeiten

Im Januar eröffnete Apple im chinesischen Hangzhou einen neuen Apple-Store. Im vergangenen Quartal wuchs der Umsatz in China um 112 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar. Und das soll jetzt ein Grund zur Besorgnis sein?

Nun, gut ist eben nicht gut genug. Dieser Satz gilt für kein anderes Unternehmen so sehr wie für das weltweit wertvollste. Apple Börsen-Chart zeigen präsentiert regelmäßig Umsatzzuwächse von denen selbst manch aufstrebendes, gehyptes Startup nur noch träumen kann. Im abgelaufenen Geschäftsquartal lag der Zuwachs bei 33 Prozent zum Vorjahr. Apple präsentiert Quartalsgewinne, die manch Top-Fortune-500-Unternehmen nicht einmal im Jahr machen.

Oder nehmen wir den Vergleich mit Dax-Unternehmen auf. In einem für Apple normalen Quartal machte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsquartal mit 10,7 Milliarden Dollar Gewinn so viel wie Daimler im gesamten Geschäftsjahr 2014 - und Daimler war damit hinter Volkswagen die Nummer zwei.

Aber derartige Vergleiche zählen an der Börse nicht. Es zählt die Zukunft, die Hoffnung, dass noch mehr geht. Der kleinste Zweifel am Unternehmen lässt manche Anleger des Konzerns sogleich in tiefe Depression verfallen. Anders kann man die Vernichtung von 66 Milliarden Dollar Börsenwert (minus 7 Prozent) nach Bekanntgabe der Quartalszahlen kaum interpretieren. Und weil man sich dabei die Augen reibt, sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Nummer vier der umsatzstärksten Dax-Unternehmen - also BMW - an der Börse nicht einmal so viel wert ist.

Angst vor dem rasanten Wachstum in China

Die Anleger haben mindestens eine Schwäche ausgemacht: Apple blieb hinter den Erwartungen der Analysten zurück und verkaufte statt rund 50 Millionen iPhones "nur" 47,5 Millionen - immerhin trägt das iPhone 63 Prozent zum Umsatz von 49,6 Milliarden Dollar bei.

Auch China könnte ein Risiko sein, schließlich warnen die Autokonzerne bereits vor Einbrüchen angesichts der Turbulenzen auf den Aktienmärkten und einem gebremsten Wachstum. Apple erwirtschaftete in der Volksrepublik einen Umsatz von 13,2 Milliarden Dollar, ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 112 Prozent. China ist für Apple also nach wie vor eine Bank. Anleger scheinen aber zu befürchten, dass das Land in der regionalen Umsatzverteilung Übergewicht bekommt und ein konjunktureller Rückfall Chinas Apple dann um so härter treffen könnte. Dabei war China noch nicht vor allzu langer Zeit ein Hoffnungsträger.

Für Anleger betrüblich dürfte auch die Prognose von Apple gewesen sein: "Nur" mit 49 bis 51 Milliarden Dollar Umsatz rechnet das Unternehmen im laufenden Quartal. Dabei hatten Analysten auf mindestens 51 Milliarden Dollar gesetzt. Dass Apple chronisch konservative Schätzungen abgibt, das scheint nicht zu beruhigen.

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