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Entspannter wohnen: Das Haus des Designers Floris van Bommel

Foto: Thomas Rabsch

Designer Floris van Bommel Wohnen mit Laserschwert

Seine Lieblingsfarbe ist Schwarz, seine Leidenschaft sind Heavy-Metal-Konzerte, und seine Schuhmanufaktur beliefert das niederländische Königshaus. Kein Wunder, dass auch das Tilburger Haus des Designers Floris van Bommel rockt.
Von Christina Desler

Tilburg - Das Leben könnte so einfach sein. Als Rockstar zum Beispiel. "Ich würde die ganze Zeit Musik machen und um die Welt reisen", sagt Floris van Bommel. Leider wird dieser Traum wohl einer bleiben, bisher gibt es von Floris nur ein paar selbst gedrehte Videos auf You-Tube. Stattdessen ist der Holländer Schuhmacher geworden.

Ein weiter Weg, könnte man meinen, doch für den mittleren von drei Brüdern war es im Grunde der kürzeste und eigentlich auch der vorbestimmte: Seiner Familie gehört seit 1734 die bekannteste Schuhmanufaktur der Niederlande. Um dem Heavy-Metal-Fan den Einstieg ins seriöse Geschäftsleben zu erleichtern, ließ Floris' Vater Frans van Bommel seinem Sohn freie Hand - und ihn gleich eine eigene Kollektion entwerfen.

Die Idee war doppelt gut: Floris hatte Feuer gefangen, und dank seiner zum Teil sehr bunten Schuhmodelle verdoppelte sich der Firmenumsatz innerhalb weniger Jahre. Heute leitet der 35-Jährige als kreativer Kopf zusammen mit seinen Brüdern das Unternehmen im heimatlichen Tilburg, 80 Kilometer südlich von Amsterdam.

Kronleuchter und Rockposter

Auch in anderer Hinsicht ist er zur Ruhe gekommen. Vor gut zwei Jahren hat er sich in seiner Heimatstadt ein Haus gekauft, das einst von seinem Großvater erbaut worden war. "Ich wohnte schon in derselben Straße in einem gemieteten Apartment. Als ich erfuhr, dass das Haus zum Verkauf stand, habe ich es mir nur ganz kurz angesehen und es sofort gekauft", sagt der Designer.

Sein Bruder wohnt schräg gegenüber, und die Fußgängerzone mit Läden und Cafés ist nur wenige Meter weit entfernt. "Besonders gut hat mir der Wintergarten auf der Rückseite des Hauses gefallen", sagt Floris van Bommel. Schon lange wollte er in einem richtigen Herrenhaus wohnen, mit mehreren Etagen und einer schönen Treppe. Genau das hat er jetzt, ein Stadthaus mit drei Stockwerken und einem Garten samt Gartenhäuschen.

Seine Lieblingsfarbe Schwarz ist zwar in allen Räumen präsent, aber nicht dominant, seine Einrichtung ist eine sehr individuelle Mischung aus Unikaten aus Antik- und Secondhand-Läden sowie Designerstücken internationaler Hersteller: Stehleuchten von Flos und Esszimmerstühle von Cassina zum Beispiel. Er sammelt Kronleuchter, Spielzeugfiguren aus Kunststoff und Nippes aus Porzellan und Metall. "Je hässlicher, desto besser", sagt Floris, "ich kaufe immer mehrere der gleichen Art und stelle sie in Gruppen zusammen."

Eine Überraschung erwartet Besucher unterm Dach, dort hat Floris die Wände mit Postern von Rockkonzerten tapeziert, ein Schlagzeug, Gitarren und ein Laserschwert stehen zum Spielen bereit. "Jeder sollte so einen Raum haben", sagt Floris, greift zum leuchtenden Laserschwert und verwandelt sich augenblicklich in einen Jedi-Ritter aus "Star Wars". Möge die Macht mit ihm sein.

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