Sonntag, 21. April 2019

Mobile Fertighäuser Das Haus im Schlepptau

Wohnen im eigenen Haus - diesen Wunsch haben viele. Doch angesichts von immer mehr Mobilität und Flexibilität, die im Berufsleben gefordert werden, wohnt mancher dann doch lieber zur Miete. Eine Alternative könnten mobile Fertighäuser sein. Steht ein Umzug an, ziehen sie einfach mit.

Bad Honnef/Hamburg - Umziehen bedeutet: Kisten packen, Möbel zerlegen und darauf hoffen, dass das Mobiliar in der neuen Wohnung einigermaßen passt. Das Kistenpacken wird sich auch in Zukunft nicht vermeiden lassen. Dass moderne Nomaden sich immer wieder neu einrichten müssen, könnte aber bald der Vergangenheit angehören: Mobile Fertighäuser, die gemeinsam mit den Besitzern umziehen, gelten als ein architektonisches Konzept mit Zukunft - und zu haben sind solche "fliegenden Bauten" schon heute.

Noch sind bewegliche Häuser keine Massenerscheinung. Doch es beschäftigt sich bereits eine ganze Reihe von Herstellern mit verschiedenen Ansätzen zu diesem Thema.

Schließlich werden Flexibilität und Mobilität auch hierzulande zu immer größeren Themen. Von einer "ambitionierten Zukunftsvision" spricht Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) in Bad Honnef. "Es gibt sicherlich Menschen, die sich ein derartiges modernes Nomadenleben vorstellen können."

"Das ist durchaus ein Angebot, dass der Leistungsgesellschaft entgegen kommt", sagt auch Birgit Gebhardt vom Beratungsunternehmen Trendbüro in Hamburg. Eigentlich habe ein Hausbau ja immer etwas für die Ewigkeit. Aber heute lasse sich das nicht mehr ohne weiteres planen. "Man weiß nicht, ob und wie lange man an einem Wohnort bleibt und wie sich die Familienstruktur verändert." Mobile Häuser seien da ein Kompromiss: "Haus ja - aber bitte flexibel."

Anders als etwa in den USA, wo seit Jahrzehnten ganze Häuser von Schwertransportern huckepack genommen werden, fallen die Lösungen für den europäischen Markt deutlich kleiner aus. Bei den sogenannten Modulhäusern handelt es sich um kleine Wohneinheiten, die einzeln oder auch an- und übereinander aufgestellt werden können, wenn mehr Platz gebraucht wird.

Zu den Vorreitern des mobilen Fertigbaus zählt das Unternehmen "Smarthouse" in Bünde (Nordrhein-Westfalen). Insgesamt sechs Modulvarianten bietet der Hersteller an - wie bei Kleidern nach Größen von S bis XXXL gestaffelt. Bei der kleinsten Variante kommen Küche, Bad, Schlaf- und Wohnraum auf 24 Quadratmetern unter, das größte Modul bietet in der breiten Variante immerhin 58 Quadratmeter Grundfläche.

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