Highrise Award 2008 Norman Foster punktet hoch

Der Wolkenkratzer des Medienkonzerns Hearst in New York gilt der Jury des internationalen Hochhauspreises Highrise Award als bester neugebauter Turm. Damit geht die Trophäe an einen Star der Architektenzunft: Sir Norman Foster, der schon dem Reichstag in Berlin seine neue Kuppel aufsetzte.

Frankfurt am Main - Der vom britischen Architekten Lord Norman Foster gebaute Hearst Tower in New York hat am Freitag den mit 50.000 Euro dotierten Internationalen Hochhauspreis 2008 gewonnen. Die Auszeichnung wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt gemeinsam mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der Deka Bank verliehen.

Das 182 Meter Gebäude setze einen neuen Akzent in der New Yorker Skyline, urteilte die international besetzte Jury. Der auf einen historischen Sockelbau aufgesetzte Turm des Medienkonzerns Hearst besteche durch seine expressive Gestalt und setze einen "neuen Maßstab für Bürogebäude in der Metropole der Wolkenkratzer".

Lord Norman Foster, der zu den Stararchitekten in der Welt zählt, sagte vor der Preisverleihung, der Umgang mit historischen Bauwerken verlange einen respektvollen Umgang mit deren Geschichte. Er nahm die Auszeichnung, die zum dritten Mal vergeben wird, am Freitagnachmittag in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Sein Architektenbüro hat in Frankfurt in den 90er Jahren auch den 260 Meter hohen Commerzbank Tower gebaut.

Zu den fünf Finalisten gehörten neben dem Hearst Tower das Missing Matrix Building (Seoul) von Mass Studies, das Newton Suites Wohnhochhaus (Singapur) von WOHA, das New York Times Building (New York) von Renzo Piano Building Workshop sowie das Television Cultural Centre (Peking) von OMA-Office for Metropolitan Architecture. Nach Angaben des DAM-Direktors Peter Schmal begutachtete die Jury alle Hochhäuser, die weltweit im Wettbewerbs-Zeitraum gebaut wurden. Dies sind rund 700 Bauwerke.

Neben Ästhetik und Gestaltung der Häuser legte die Jury, in der neben Architekten und Ingenieuren auch Architekturkritiker sitzen, Wert auf innovative Technik und Wirtschaftlichkeit. Matthias Danne, Immobilienvorstand der Deka Bank, sagte, das Projekt zeige, dass sich "Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit nicht ausschließen"

Der Hearst Tower gilt als eines der umweltfreundlichsten Gebäude in New York City. Er verbraucht nach Darstellung des Konzerns rund 25 Prozent weniger Energie als vergleichbare Häuser und wurde fast ausschließlich aus recyceltem Stahl hergestellt. Begleitend zum Hochhaus-Preis zeigt das DAM eine Ausstellung.

manager-magazin.de mit Material von dpa