Parketttrends Gut aufgelegt

Schlichte aber edle Landhausdielen, klassisches Fischgrät oder aufwendige Ornamente - Parkett hat nicht nur eine lange Lebensdauer, sondern ist auch extrem vielseitig. manager-magazin.de zeigt die aktuellen Trends.

Stuttgart - Wild gemustert oder unauffällig, aufwendig oder schlicht, klassisch oder modern: Parkett lässt sich heute zu den unterschiedlichsten Wohnstilen passend verlegen. Von Jahr zu Jahr sind mehr Hölzer mit ganz spezifischen Maserungen und den verschiedensten Färbungen zu haben. Durch ihre Anordnung auf dem Boden werden sie immer neu in Szene gesetzt.

"Parkett ist sicherlich auch deshalb so beliebt, weil es sich in den Megatrend der Individualisierung einfügt: Im Parkett findet jeder seinen ganz individuellen Ausdruck", sagt Rudolf Schricker aus Stuttgart, Präsident des Bundes Deutscher Innenarchitekten (BDIA).

Die wie Mosaike aus Holzstücken zusammengesetzten Fußböden haben eine lange Tradition. "In den Villen um die vorletzte Jahrhundertwende gehörten Parkettböden mit ornamentalen Intarsien oder schmuckvolles Tafelparkett dazu", erzählt Joachim Barth, Bundesinnungsmeister im Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik in Berlin.

In repräsentativen Gebäuden mit großen Räumen finden sich solche Kunstwerke auch heute noch. Die Mehrzahl der Kunden des Parkettlegermeisters bevorzugt jedoch einen ganz anderen Stil: "Ein schöner Boden soll den Raum nicht dominieren. Er wirkt durch seine Holzart und seine gedeckte Farbe", sagt Barth.

"Viele private Wohnungen sind puristisch oder minimalistisch eingerichtet", erzählt Innenarchitekt Schricker. Der Holzcharakter des Parketts bringe eine belebende Dekornote hinein. Angesagt seien derzeit klare Linien und geometrische Muster.

Kleine Tricks, große Wirkung

Kleine Tricks, große Wirkung

Vielseitige Möglichkeiten dafür bietet Stabparkett: "Der Trend geht ganz eindeutig hin zu großen, breiten Stäben", beobachtet Barth. Selbst in kleinen Räumen sorgen sie für ein großzügiges Ambiente. Die Stäbe werden zum gleichmäßigen Englischen oder Oxford-Verband, zum Parallelverband oder auch zum Schiffsbodenmuster kombiniert.

Eine Abwandlung des beliebten Schiffsbodens ist der sogenannte Wilde Verband: Parkettstab wird einfach an Parkettstab gereiht. Das Reststück einer fertigen Reihe wird immer zum Anfangsstück für die nächste oder übernächste Reihe.

Diese unregelmäßige Anordnung wirkt deutlich lebhafter als die klassischen Verbände. Durch die Kombination verschiedener Formate oder gar verschiedener Farbtöne kann zusätzlich Abwechslung ins Spiel kommen.

"Um den Materialbedarf zu ermitteln, sollte das Muster immer vorab anhand einer Bodenskizze genau geplant werden", erklärt Christoph Windscheif, Sprecher des Verbands der Deutschen Parkettindustrie in Bad Honnef.

Dabei bestimmt die Ausrichtung der Stäbe die optische Raumwirkung. "Wird beispielsweise ein Englischer Verband parallel zur längsten Seite des Raums verlegt, so wirkt der Raum länger", erklärt der Experte. "Wenn er hingegen parallel zur kurzen Seite verlegt wird, wirkt der Raum breiter, als er tatsächlich ist."

Auch eine diagonale Verlegung ist möglich. "Manchmal bietet es sich an, Linien aufzunehmen - eine schräge Wand, eine Eingangstür im 45-Grad-Winkel oder auch eine Kaminplatte", rät Barth. Allerdings ist eine diagonale Verlegung in der Planung anspruchsvoller. Außerdem sind der Verschnitt und damit die Materialkosten höher.

Lichtspiele am Fußboden

Lichtspiele am Fußboden

Zeitlose, geradlinige Alternativen zu den Längsmustern sind Würfel-, Kassetten- oder auch Flechtmuster. Sie haben keinen Einfluss auf die optische Wirkung der Raumdimension. Das gilt auch für das Fischgrätmuster. Dies kommt allerdings in großen Räumen besonders gut zur Geltung: Durch den unterschiedlichen Faserverlauf des Holzes entstehen je nach Lichteinfall beeindruckende Lichtspiele.

Bei der Parkettplanung hat jedoch nicht nur der Geschmack, sondern auch der Geldbeutel ein Wörtchen mitzureden: Kiefer ist günstiger als Buche oder Ahorn.

Mehrschichtparkett ist meist weniger kostspielig als massives, ganz individuell gestaltbares Einschichtparkett derselben Holzart. Die Verlegung von einfachen großen Stäben als Schiffsbodenverband ist günstiger als die eines aufwendigen Tafelmusters mit vielen Details.

Einschichtparkett aus massivem Vollholz ermöglicht maximalen Gestaltungsspielraum. Es wird auf Estriche oder Trockenunterböden geklebt oder genagelt. Da es zur Renovierung mehrfach abgeschliffen werden kann, hat es eine hohe Lebensdauer. Mehrschichtparkett gibt es als Dreischichtelemente oder als Zweischichtstäbe.

Die Nutzschicht besteht aus Vollholz. Die unteren Schichten sind aus Sperrholz oder Holzwerkstoffen gefertigt. Dreischicht-Elemente können auch schwimmend auf einer geeigneten Dämmunterlage verlegt werden. Meist funktioniert das mit einem einfachen Klick-System. Solches Parkett kann bei einem Umzug ganz oder teilweise wiederverwertet werden.

Eva Neumann, dpa

Moderne Klassiker: Neue Muster fürs Parkett

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