Einbaumöbel Wohnen nach Maß

Vom begehbaren Kleiderschrank bis zum maßgeschneiderten Stauraum für die DVD-Sammlung - wer Wert auf gute Architektur legt, will bei der Einrichtung oft keine Kompromisse eingehen. Individuell zugeschnittene Einbaumöbel sind nicht nur eine clevere, sondern auch ziemlich elegante Lösung.

Bad Honnef/Krefeld - In jeder Wohnung gibt es ungenutzte Winkel und Nischen. Maßgeschneiderte Möbelstücke können helfen, diese Räume optimal zu nutzen und auch für die Mokkatassen-Sammlung ein passendes Plätzchen zu schaffen.

Unter Einbaumöbeln versteht man gemeinhin Möbelstücke, die fest mit einem Haus verbunden sind, wie beispielsweise in die Wand eingelassene Schränke oder Rumpelkammern unter Treppenabsätzen. "Aber auch individuell angefertigte Möbel, die beispielsweise für eine Dachschräge zugeschnitten wurden, werden als Einbaumöbel bezeichnet", sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef.

Die Nachfrage nach Einbaumöbeln sei in den vergangenen Jahren gestiegen. "Im Kastenmöbelbereich wird immer öfter nach individuellen Lösungen verlangt. Der Trend geht weg vom Standard-Regal, hin zu besonderen Produkten, die genau den Bedürfnissen ihrer Besitzer entsprechen", sagt Geismann.

Ein Einbaumöbelstück sei eine Investition auf Dauer: "Kastenmöbel begleiten einen bis zu zwölf Jahre. Man sollte sich bei der Auswahl daher große Mühe geben und nicht nur die derzeitige Mode im Blick haben", gibt Geismann zu bedenken.

Der Vorteil von Einbaumöbelstücken sei, dass man den Stauraum nach seinen individuellen Bedürfnissen anfertigen lasse. Bevor man sich ein solches Einrichtungselement zulegt, sollte man sich daher genau überlegen, für was man den Platz nutzen möchte. "Daran orientieren sich dann Aufbau und Größe des Möbelstücks", sagt Geismann.

Für eine umfangreiche Schuhsammlung sei beispielsweise eine andere Unterbringung gefragt als für Videospiele und DVDs. Den Stauraum, den diese Dinge benötigen, könne man mit einem Internetprogramm oder im Fachgeschäft ausrechnen lassen.

Genaue Planung ist essentiell

Genaue Planung ist essentiell

Die nächsten Überlegungen sollten dem Aussehen des neuen Möbels gelten. "Die Frage ist beispielsweise, ob man etwas verstecken möchte, oder ob man es in einer Vitrine präsentieren will", sagt Geismann.

Auch die Anzahl der Schubladen, Türen und Regalbretter sollte man im Vorfeld festlegen. Der Wohnbereich, in dem das Einbaumöbelstück seinen Platz finden soll, muss zudem genau ausgemessen werden. "Am besten macht man sich eine Skizze, anhand derer man dem Verkäufer oder Zimmermann dann alles erklären kann", rät Geismann. Auch Fotografien des Raumes könnten bei der Verdeutlichung helfen.

Bei Einbauküchen sollte man sich jedoch nicht aufs Augenmaß verlassen. "Hier müssen alle Elemente genau passen und miteinander interagieren. Deshalb muss man hier die Planung auf jeden Fall einem Experten überlassen, der den Raum selbst ausmisst und die Küchenelemente dann genau darauf zuschneidet", sagt Ursula Geismann.

Wer für sein Eigenheim Stauraum nach Maß benötigt, muss nicht unbedingt einen Tischler aufsuchen. "Auch in Möbelhäusern gibt es inzwischen eine Vielfalt variabler Möbelstücke, die man ganz nach seinen Bedürfnissen zusammenstellen und erweitern kann", sagt Geismann.

Auch preiswerte Lösungen aus veredelten Spanplatten seien hier schon zu finden. "Wenn man einmal umzieht oder sich die Anforderungen an das Möbelstück verändern, kann man auch meistens noch nach Jahren Elemente hinzukaufen. Allerdings sollte man darauf achten, ein europäisches Fabrikat zu wählen - bei asiatischen Herstellern wechseln die Möbelserien meistens schneller", sagt Ursula Geismann.

Bei Einbaumöbelstücken "von der Stange" kann man allerdings nicht erwarten, dass sie an allen Enden genau an die Raumwände anschließen und perfekt passen. "Für solche Genauigkeit muss man sich an einen Tischler wenden, der das Möbelstück exakt an die gegebenen Bedingungen anpasst", sagt Geismann.

Fest mit einem Haus verbundene Einbaumöbel sieht der Krefelder Innenarchitekt Peter Flümann als Aufwertung eines Raumes: "Bei der Planung eines Hauses wird oft nicht an dessen Inneneinrichtung gedacht. Mit Einbaumöbeln kann man die Architektur konsequent und sinnvoll fortsetzen", sagt Flümann. Im Gegensatz zu frei stehenden Möbelelementen seien Einbaumöbelstücke meist weniger dominant.

"Mit einem in die Wand eingelassenen Schrank kann man praktischen Stauraum schaffen, ohne den ganzen Raum optisch in eine Richtung zu drängen", sagt Flümann. Hinter einer schlichten Tür kann sich ein ganzer begehbarer Kleiderschrank verbergen. "Das Möbelstück wird auf diese Weise nicht als separates Volumen im Raum empfunden und stört die Harmonie nicht", sagt Flümann. Dadurch seien Einbaumöbel ideal kombinierbar.

Maria Hilt, ddp

Möbel nach Maß: Clevere Lösungen in Bildern

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