Dienstag, 18. Juni 2019

Badarmaturen Der feine Unterschied

Bei Waschtisch-Armaturen schauen die meisten vor allem auf das Design. Das Innenleben bleibt im Dunkeln. Doch die qualitativen Unterschiede sind enorm. manager-magazin.de sagt, worauf man beim Kauf achten sollte.

Würzburg - "Als Oberflächenmaterial ist Chrom oder Edelstahl am besten geeignet", erklärt Martin Fries, Armaturenprüfer bei der Landesgewerbeanstalt Bayern in Würzburg. Der Armaturenkörper sollte aus Edelstahl oder aus vollständig vernickeltem Messingguss bestehen.

Nickel birgt allerdings Gefahren, denn er kann an den Stellen des Messingkörpers, die nicht mit Chrom oder einem anderen Material beschichtet sind, ausgewaschen werden. "Außerdem enthält der Körper der Armatur aus Messing auch einen geringen Anteil Blei, welcher das Material leichter verarbeitbar macht", sagt Fries.

Über das Trinkwasser aufgenommen, können sowohl Nickel wie Blei die Gesundheit schädigen. In Armaturen, die von der LGA oder der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DGVW) geprüft wurden, dürfen die Nickel- und Bleianteile bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten.

Das Herz jeder Armatur ist die Kartusche mit Dichtungsscheiben aus Gummi oder Keramik. Diese gleiten übereinander und blockieren entweder den Wasserdurchfluss oder lassen Wasser durch. "Ob die Armatur dicht und gleichzeitig leichtgängig ist, hängt vom Material, der Qualität und der Verarbeitung der Dichtungen ab", erklärt Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft in Bonn.

Am kostenintensivsten und verschleißärmsten sind keramische Dichtungen. Entsprechend werben die Hersteller von Markenarmaturen damit. Im Baumarkt hingegen ist manch ein Kunde ratlos. "Bei Einhebelmischern sind immer keramische Dichtungen enthalten", sagt Armaturprüfer Fries. "Bei Zweigriff- oder Mehr-Loch-Armaturen werden jedoch auch Gummi-Dichtungen verwendet." Laien bietet ein einfacher Test Orientierung: Bei keramischen Dichtungen lässt sich der Griff nur um ein Viertel oder die Hälfte einer Umdrehung bewegen. Der Anschlag ist hart.

Samtweiche Bedienung

Seite 1 von 2

© manager magazin 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung