Ranking Lagos ist teurer als Frankfurt

Moskau ist die teuerste Stadt. Nirgendwo sonst müssen Auslandsmitarbeiter laut einer Studie so viel für Wohnung, Essen und Kleidung ausgeben. In Deutschland lässt es sich dagegen vergleichsweise günstig leben. Die für Manager kostspieligsten heimischen Städte rangieren noch hinter Lagos und Abidjan.

Hamburg - Moskau ist die teuerste Stadt der Welt. Nirgendwo sonst müssen ausländische Fachkräfte so viel für Wohnen, Essen und Kleidung ausgeben. Das hat die Unternehmensberatung Mercer Human Resource Consulting in einem weltweiten Preisvergleich herausgefunden. Auf den Plätzen zwei und drei folgen London und Seoul, die erste deutsche Stadt kommt erst an 39. Stelle.

Insgesamt hat Mercer die Lebenshaltungskosten in 143 Städten untersucht. Dabei ging es allerdings nicht um die Ausgaben, die Einheimische haben, sondern um die von sogenannten Expatriates - also zum Beispiel ausländischen Managern, die für eine gewisse Zeit in der Stadt leben. Verglichen wurden rund 200 verschiedene Ausgabenposten, von der Wohnung über Nahrung und Kleidung bis hin zu öffentlichem Nahverkehr und Kino. Mercer möchte mit der Studie internationalen Konzernen helfen, das Gehalt von Mitarbeitern im Ausland festzulegen.

Besonders kostspielig ist das Leben demnach in Europa. Als Grund vermutet Mercer unter anderem den starken Euro, der die Preise für Ausländer in die Höhe treibt. Unter den 50 teuersten Städten der Welt sind 30 aus Europa.

Genau andersherum ist es in Amerika. Nur zwei US-Städte haben es unter die Top 50 geschafft: New York und Los Angeles. Mercer führt dies auf den schwachen Dollar zurück. Kanadische oder lateinamerikanische Städte finden sich überhaupt nicht unter den teuersten 50.

Überraschend weit oben liegt in dem Ranking dagegen Afrika. Gleich drei Städte zählen zu den Top 50: Douala in Kamerun, Dakar im Senegal und Lagos in Nigeria. Mercer erklärt dies mit den hohen Ausgaben, die man in diesen Städten hat, wenn man seinen gewohnten westlichen Lebensstandard aufrechterhalten will - zum Beispiel bei Theaterbesuchen.

Damit wird auch klar, warum das Leben in afrikanischen Städten teurer ist als in der Bundesrepublik. Die erste deutsche Stadt auf der Liste ist München auf Platz 39, gefolgt von Frankfurt auf Platz 40. Aus Deutschland schaffen es sonst nur noch Berlin und Düsseldorf unter die teuersten 50. Hamburg dagegen ist nicht dabei. Dies liege an den "speziellen Ausgabenposten von Managern", erklärte eine Mercer-Sprecherin. Eine Luxuswohnung könne in Berlin eben teurer sein als in Hamburg.

Am günstigsten ist das Leben übrigens in Paraguay. Unter allen untersuchten Städten kommt die Hauptstadt Asuncion auf den letzten Platz.

manager-magazin.de mit Material von SPIEGEL ONLINE

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