Sonntag, 25. August 2019

Wohntrend Die Rückkehr der Glasbausteine

Lichtdurchlässig, in verschiedenen Farben und Formen zu haben - Glasbausteine erleben derzeit eine Renaissance. Designer setzen mit den transparenten Baumaterialien in Wohnungen und Lofts gelungene Akzente.

Köln - Kaum ein Einfamilienhaus aus den sechziger oder siebziger Jahren, das ohne sie auskommt: Mit Glasbausteinen wurde vor allem im Eingangsbereich für mehr Licht gesorgt. Dann waren die transparenten Baumaterialien lange weg vom Fenster - bis sie plötzlich in hippen Lofts und Designer-Wohnungen wieder auftauchten. Mittlerweile erleben die lichtdurchlässigen Gestaltungselemente in Küche, Bad und Wohnräumen eine Renaissance.

Als einfachste Einsatzmöglichkeit werden Glasbausteine zu einer halbtransparenten Wand zwischen zwei Räumen verbaut. Diese wirken dadurch zum einen großzügiger, zum anderen gelangt in manch eine sonst dunkle Ecke Licht. "Dabei dürfen die Glasbausteine jedoch keine Gebäudelast aufnehmen. Wenn sie eine tragende Wand ersetzen sollen, müssen sie mit einem Sturz überdeckt werden", erklärt Marten Nymeyer, Glasbauspezialist aus Köln.

Vom Konstruktionsprinzip vergleichbar sind Raum teilende Trennwände, die nur in den Raum hineinragen - zum Beispiel zur Untergliederung eines langen Flures oder eines großen Wohnraumes oder zu diskreten Unterteilung eines Badezimmers in Wasch- und WC-Bereich.

Transparente Stecksysteme

Die quaderförmigen Echtglasbausteine können ähnlich wie anderes Mauerwerk mit Mörtel aufgemauert werden. Das ist eine dreckige und aufwendige Angelegenheit, die Fingerspitzengefühl erfordert: Der Mörtel darf weder zu feucht noch zu trocken sein.

"Eine Wand aus Echtglasbausteinen zu konstruieren ist eine Kunst, die man dem Fachmann überlassen sollte", warnt Reinhold Auth, Trainer bei der Deutschen Heimwerker-Akademie in Köln. Doch auch Fachleuten können Fehler unterlaufen. "Der Bauherr sollte darauf achten, dass zur Stabilität in jeder zweiten waagerechten und senkrechten Fuge verzinkte Stahl- oder Edelstahlstäbe eingearbeitet werden."

Mittlerweile gibt es jedoch auch für Echtglasbausteine Systeme, die nicht mit Mörtel, sondern mit Kunststoffprofilen und Spezialkleber für Halt sorgen. Bei Acrylglasbausteinen ist das Nut-und-Feder-Prinzip ohnehin die einzige Möglichkeit. Solche Stecksysteme sind auch für den geschickten Heimwerker zu bewältigen.

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