Sonntag, 21. Juli 2019

Schloss Salem Wertvoller Schatz

Kaum ein Internat ist so bekannt wie das Schloss Salem. Weniger bekannt ist, dass in der hochherrschaftlichen Residenz nicht nur die Schule, sondern noch zahlreiche andere Mieter residieren. Doch die Zukunft der kunsthistorisch wertvollen Kleinstadt am Bodensee ist ungewiss.

Salem - Die Zahlen sprechen für sich. Schloss Salem ist nicht einfach "nur" eine hochherrschaftliche Residenz einer Adelsfamilie. Die Anlage gleicht vielmehr einer Kleinstadt. 450 Menschen arbeiten in dem kunsthistorisch wertvollen Ensemble des ehemaligen Zisterzienserklosters aus dem 12. Jahrhundert, das sich auf 25 Hektar im idyllisch-hügeligen Bodensee-Hinterland erstreckt.

37 Mieter sind registriert, von denen das Elite-Internat wohl der prominenteste ist. Aber auch Ämter sind dort untergebracht sowie Arzt und Apotheke. Kunsthandwerk und Gastronomie sind zu finden wie Polizei und Feuerwehr. Gerade ist das Kulturamt des Bodenseekreises eingezogen. 130.000 Touristen besuchen das Schloss im Jahr.

"Wir leben und arbeiten hier in einer öffentlichen Anlage", sagt Bernhard Prinz von Baden. Der 36-jährige Generalbevollmächtigte des Adelshauses, seit Monaten wegen eines geplanten Vergleichs mit dem Land Baden-Württemberg in den Schlagzeilen, stellt gleich klar: "Wir wollen das klösterliche Erbe fortführen, aber nicht als Eigentümer, sondern als Statthalter." Nicht im entferntesten gehe es darum, ein adeliges Privathaus mit Staatsgeld standesgemäß herzurichten, sondern ein Kulturdenkmal zu bewahren.

Bewohnt ist es nur noch zu einem kleinen Teil. Seine Eltern Max Markgraf von Baden (73) und Valerie Erzherzogin von Österreich sowie das jüngste der vier Kinder, Prinz Michael (30), haben im Südflügel des Schlosses ihr Zuhause. Der älteste Markgrafensohn lebt dagegen mit seiner Frau Stephanie und den drei kleinen Söhnen in einem nahe gelegenen Forsthaus.

Als die Finanzen des Adelshauses in den 1990er Jahren in eine Schieflage gerieten, gab er sein Studium der Betriebswirtschaft und der Rechte in Hamburg auf und kümmerte sich um die Sanierung. Das Adelshaus trennte sich von drei der vier Schlösser sowie Firmenbeteiligungen. Während seine Schwester in den USA lebt und ein weiterer Bruder als Bauingenieur arbeitet, wurde Prinz Bernhard 1998 Generalbevollmächtigter. "Ich bin da reingewachsen", sagt er.

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