Möbeltrends Bestens im Bild

Flachbildfernseher, DVD-Recorder, Hifi-Anlage - gerade kurz nach Weihnachten stellt sich wieder einmal die Frage: Wohin mit all den neuen Geräten? Lösungen bieten die Möbeldesigner, die TV & Co. auf Knopfdruck elegant im Sideboard verschwinden lassen.

Bad Honnef/Kufstein - Im Weihnachtsgeschäft war Technik der Renner. Doch wo DVD-Recorder und Spielekonsole unterbringen, wenn das Regal schon mit Hifi-Anlage, Videogerät und Fernseher vollgestellt ist. Das Plus an Technik unterzubringen, ohne dass das Wohnzimmer zur Schaltzentrale eines Raumschiffs mutiert, ist eine Herausforderung. Doch immer mehr Möbelhersteller haben pfiffige Lösungen im Programm.

Der Trend zum Home Entertainment schlägt sich zunehmend auch in der Einrichtung nieder. "Das wird ein ganz großes Thema auf der Möbelmesse im Januar in Köln", sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Gefragt sind Systeme, die Platz für die Technik samt aller Kabel und Anschlüsse bieten und trotzdem gut aussehen. Und die das Hightech-Equipment auch mal verbergen, wenn einem der Sinn eher nach Romantik steht.

"Gerade für den Flachbildschirm gibt es sehr pfiffige Lösungen", sagt Geismann. So kann man ihn beispielsweise auf Knopfdruck im Sideboard versenken. Oder der flache Fernseher verschwindet hinter einer Schiebetür. Per Fernbedienung wird sie geöffnet oder geschlossen. Ist der Bildschirm auf einem Schwenkarm montiert, kann man ihn so drehen und wenden, dass alle alles gut sehen. "Das geht bis zu einer Bildschirmbreite von 1,20 Metern", sagt Geismann.

Design mit viel Platz für Technik

DVD-Player und Stereoanlage lassen sich ebenfalls hinter Schiebetüren oder in geschlossenen Schränken verbergen. Durch Sichtfenster können sie auch bei geschlossener Tür mit der Fernbedienung in Gang gesetzt werden.

Auch in Zeiten drahtloser Kommunikation brauchen die meisten Geräte zumindest noch einen Stromanschluss. Gegen den Kabelsalat bieten viele Hersteller in ihren Wohnwänden integrierte Steckdosenleisten an. "Auch Kabelführungen sind Standard", betont die Sprecherin des Verbandes.

Bei Lautsprechern gehe der Trend zu Kleinsystemen, die im Regal kaum auffallen. Funk sorgt für guten Ton ohne Kabel. In die Wohnwand integrierte Lautsprecher hätten sich dagegen bisher nicht durchgesetzt.

Multimedia im ganzen Haus

Multimedia im ganzen Haus

Für Trendforscher ist die Verbindung von Technik und Wohnen erst der Anfang. "In Zukunft wird es dabei weniger um Möbel gehen, sondern um die gesamte Architektur", sagt Harry Gatterer. Der Experte für Wohndesign ist Mitautor der Studie "Die Zukunft des Wohnens" des Zukunftsinstituts in Frankfurt am Main. "Multimedia wird sich künftig nicht auf das Wohnzimmer beschränken, sondern das gesamte Haus wird intelligent vernetzt sein", sagt er. Dazu gehörten beispielsweise in die Wände integrierte Lichtsysteme.

Gatterer sieht die Entwicklung zum Haus der Zukunft in drei Stufen: "Zunächst wird die Technik entwickelt. Dann nimmt sich das Design der Technik an, und zum Schluss wird beides zu einem Gesamterlebnis verschmolzen."

So banale Fragen wie die beste Kabelführung oder dem besten Platz für die Stereoanlage werden sich dann nicht mehr stellen, glaubt der Trendforscher. "Auf einem MP3-Player bringt man heute schon auf kleinstem Raum riesige Datenmengen unter. Das ist die Richtung, in die die Entwicklung geht."

Weiteres großes Thema werde eine einfache Bedienung sein. Eine benutzerfreundliche Technik werde ganz selbstverständlich den Alltag durchdringen.

Noch ist das allerdings Zukunftsmusik. In der Gegenwart geht es erst einmal darum, die Technik ansprechend in den Wohnraum zu integrieren. Und das zu genießen, was die Technik an perfektem Bild und Ton dann bietet. "Deshalb sind Polstermöbel neben Multimedia das zweite große Einrichtungsthema", sagt Verbandssprecherin Geismann. Voluminös sind sie, verstellbar und ein bisschen verspielt - denn was bringt die perfekte Technik, wenn man beim Kinoabend zu Hause unbequem sitzt.

Eva Dignös, ddp

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