Whirlpools Champagner-Effekt im Bad

Nach einem anstrengenden Arbeitstag bieten Whirlpools Entspannung pur. Doch dafür extra in die Therme fahren? Wer es bequemer möchte, bleibt einfach daheim. Als Badewannen-Ersatz passen die prickelnden Sprudelbäder inzwischen selbst in die kleinsten Ecken.

Bonn - Whirlpools für zu Hause sind eigentlich nichts Neues - und anderswo auch keine Seltenheit. "In Italien und Japan gehört eine Whirlwanne schon zur Standardausstattung neuer Bäder", sagt Jens Wischmann von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) in Bonn.

In Deutschland gelten die Sprudelbäder dagegen nach wie vor als Luxus. Dabei können sie die Badewanne ersetzen, ohne dass dafür allzu großer Aufwand nötig wäre. Und sie finden auch im kleinen Badezimmer Platz.

"Überall dort, wo eine Standardwanne Platz hat, kann auch eine Whirlwanne nachträglich eingebaut werden", sagt Herbert Decker vom Herstellerverband "RAL-Gütegemeinschaft Whirlwannen" im nordrhein-westfälischen Kreuzau. Die Technik mit Pumpe und Rohren passe darunter oder daneben. Den Einbau muss ein Fachhandwerker vornehmen, um Pannen und schlimmstenfalls Unfälle mit Strom und Wasser zu vermeiden. "Richtig eingebaut, sind Whirlpoolsysteme absolut sicher."

Whirlpool für zu Hause: In Italien und Japan gehört eine Whirlwanne schon zur Standardausstattung neuer Bäder

Whirlpool für zu Hause: In Italien und Japan gehört eine Whirlwanne schon zur Standardausstattung neuer Bäder

Foto: DPA
Sprudelbad mit Fernbedienung: Mit der Comfort Control von Villeroy & Boch lässt sich das System ohne große Bewegungen steuern

Sprudelbad mit Fernbedienung: Mit der Comfort Control von Villeroy & Boch lässt sich das System ohne große Bewegungen steuern

Nebeleffekt mit Aromatherapie von Villeroy & Boch: Ätherische Öle verteilen sich über den Nebel im gesamten Badezimmer

Nebeleffekt mit Aromatherapie von Villeroy & Boch: Ätherische Öle verteilen sich über den Nebel im gesamten Badezimmer

Sprudelndes Wasser: Alle Bäder, in die eine Standardwanne passt, können nachträglich mit einer Whirlwanne ausgestattet werden

Sprudelndes Wasser: Alle Bäder, in die eine Standardwanne passt, können nachträglich mit einer Whirlwanne ausgestattet werden

Foto: GMS
Mögliche Alternative: Die Whirlwannen kosten in einfacher Ausführung etwa 2000 Euro mehr als normale Badewannen

Mögliche Alternative: Die Whirlwannen kosten in einfacher Ausführung etwa 2000 Euro mehr als normale Badewannen

Angenehm, aber laut: Beim Kauf eines Whirlpools sollte auf den Geräuschpegel geachtet werden

Angenehm, aber laut: Beim Kauf eines Whirlpools sollte auf den Geräuschpegel geachtet werden

Foto: Villeroy & Boch


Luxus im Bad
Bitte klicken Sie auf ein Bild,
um zur Großansicht zu gelangen.

Whirlwannen oder -pools gibt es in vielen Formen und Tiefen. "Ein einfaches kleines Modell kostet etwa 2000 Euro mehr als eine normale Badewanne", sagt Decker. Ausführungen, die zum Beispiel über Unterwasserscheinwerfer oder über Spektrallicht zur Lichttherapie verfügen, können auch erheblich teurer sein.

Der Wasserverbrauch sei nicht höher als der einer Standardwanne. Für den Betrieb der Pumpen fallen laut Decker zusätzliche Stromkosten in Höhe von etwa 30 Cent pro Nutzungsstunde an.

Desinfiziert wird automatisch

Desinfiziert wird automatisch

"Die Wannen können mit verschiedenen Whirlsystemen ausgestattet sein", sagt VDS-Experte Wischmann. Meist arbeiten sie mit Wasser oder mit Luft. Es gebe aber auch Wannen, bei denen Luft- und Wassersysteme miteinander kombiniert sind.

Aus hygienischen Gründen sollte das System hin und wieder desinfiziert werden. Besonders komfortabel seien Wischmann zufolge Modelle mit automatischer Desinfektionsanlage. Bei Markenprodukten werde das System nach jedem Bad automatisch trocken geblasen.

"Bei mit Luft betriebenen Wannen und Pools entstehen perlende Luftbläschen", erläutert Simone Struve vom Hersteller Villeroy & Boch  im saarländischen Mettlach. Dieser "Champagner-Effekt" soll vor allem für ein angenehmes Gefühl sorgen. Bei Systemen mit Wasser stehe dagegen die Massagewirkung im Vordergrund.

Ein wichtiges Kaufkriterium sind die Geräusche, die die Wannen im Betrieb von sich geben. "Einige Systeme haben sehr laute Pumpen", sagt Struve. Daher sollten Käufer auf die Schallschutzwerte achten.

"Systeme von Herstellern der RAL-Gütegemeinschaft dürfen einen Geräuschpegel von 30 Dezibel nicht überschreiten", sagt Hersteller Decker. Das sei nicht lauter als ein Gespräch und störe weder Mitbewohner noch Nachbarn.

Im Bad selbst ist es für den Badenden durch das Blubbern des Wassers allerdings etwas lauter. Der Entspannung tut dies normalerweise jedoch keinen Abbruch.

Stephanie Hoenig, dpa

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.