Freitag, 19. Juli 2019

Lampen Leuchtendes Straußenei

Neue Ideen braucht das Land - einfach und genial. So einen Einfall hatte Moritz Peill-Meininghaus. Er stellt Lampen aus Straußeneiern her. Über 60 Lampen hat der "Meister Lampe" aus Berlin inzwischen über das Internet verkauft. Die Nachfrage nach der Novität steigt unaufhörlich.

Berlin - Der "Meister Lampe" von Berlin bringt keine Eier, sondern verkauft sie. Seit fünf Jahren fertigt Moritz Peill-Meininghaus Designer-Leuchten aus Straußeneiern an.

Straußeneier-Lampe: Der Designer und seine Geschäftsidee
Zuerst schabt der Berliner, der Medizin studiert hat, die Eier aus, dann schneidet er sie zurecht und versieht sie zum Schluss mit Stromanschluss, Fassung und 40-Watt-Birne. Heraus kommt eine schlicht-schicke Lampe auf biologischer Basis.

Wie kommt man auf die Idee? Anfang 2000 Jahren bekam Peill-Meininghaus ein Straußenei von einem Freund mitgebracht. Als kurze Zeit später der Geburtstag der Mutter anstand, kam er auf die Idee etwas aus dem Ei zu basteln. "Die Ersten gingen noch zu Bruch" , aber bald hatte der damals 27-Jährige den Dreh raus. Mit kräftigem Bohrer und dünner Trennscheibe rückte er dem Straußenei erfolgreich zu Leibe.

Eine Geschenkidee wird zur Geschäftsidee

Peill-Meininghaus ahnte, dass sich aus der Geburtstags- eine Geschäftsidee entwickeln lassen würde. Auf der Feier seiner Mutter, staunte die Festgesellschaft nicht schlecht, als das leuchtende Ei zum Vorschein kam. Am Ende der Feier hatte Peill-Meininghaus auch schon die ersten Bestellungen in der Tasche.

Stehlampe: Eine von vielen Lampen, die über das Internet verkauft werden Der Designer: Moritz Peill-Meininghaus in seinem Atelier in Berlin Stehlampe: Drei Straußeneier aus Südafrika spenden Licht im Wohnzimmer

Luxus aus Berlin: Lampen aus Straußeneiern
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Je nach Ausstattung kosten seine Modelle von 149 bis zu 350 Euro. Bei gut drei Stunden Arbeitszeit und überschaubaren Materialkosten ist das kein schlechtes Geschäft.

Ein Straußenei kostet im Einkauf etwa zehn Euro. Peill-Meininghaus bezieht sein Rohei-Material über einen Berliner Händler - oder via Internet direkt aus Südafrika. Mögliche Bedenken von Tierschützern weist der 33-Jährige zurück: Strauße seien nicht vom Aussterben bedroht und der Handel mit den Eiern legal.

Um die Nachfrage anzukurbeln verstärkte Peill-Meininghaus das Marketing. Nun ist das Auftragsbuch voll und der Hobby-Unternehmer überlegt, einen Mitarbeiter einzustellen. Noch ist die kleine Werkstatt in seiner Wohnung in Berlin-Mitte groß genug. Dort schaut es ein bisschen aus wie in der Schreinerstube des "Meister Eder" - nur leidlich aufgeräumt und sehr verstaubt. Die Arbeitsschritte sind immer die gleichen. Zunächst trennt Peill-Meininghaus ein Drittel des Straußeneis ab. In das Ende des verbleibenden Stücks bohrt er ein Loch, durch das ein Röhrchen für die Stromzufuhr gelegt wird. In das Röhrchen kommt schließlich die Fassung mit der Glühbirne.

Luxus direkt aus Südafrika

Weiter behandelt "Meister Lampe" seine Stücke nicht. Peill-Meininghaus mag die schlichte Eleganz der cremeweißen Eier, die im Schein der Leuchte einen warmen Orange-Ton annehmen. Bitten von Kunden, seine Lampen zu lackieren oder bunt anzustreichen, lehnt Peill-Meininghaus ab: "Ich mache schließlich keine Ostereier".

Heinz-Roger Dohms, DPA

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