Badezimmer Was tun auf 7,7 Quadratmetern?

Badezimmer sollen nicht mehr nur nützlich sein, sie dürfen ruhig auch schöner und einheitlicher wirken - meinen immer mehr Bundesbürger. Dabei gilt das Motto: Weg vom billigen Plastik, hin zu elegantem Edelstahl.

Bonn/Düsseldorf - Der Trend ist eindeutig: Das Badezimmer wird den Bundesbürgern immer wichtiger. Für 27 Prozent der Bevölkerung ist der Gesamteindruck eines Bades bei einem Wohnungswechseln entscheidend. Weitere 62 Prozent bezeichnen ihn als wichtig.

Dies fand das Forsa-Institut im Auftrag der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) heraus. "Darüber hinaus legen die Wohnungsbesitzer viel Wert auf eine einheitliche Gestaltung", so VDS-Geschäftsführer Jens Wischmann. Und die wird nicht nur von den fest installierten Funktionselementen wie Waschtisch, WC und Wanne oder Dusche geprägt, sondern vor allem von den Badmöbeln und den Accessoires.

"Generell wird ein klares Design bevorzugt. Bei den Farben ist weiß weiterhin der Spitzenreiter. Daneben werden mediterrane Töne immer beliebter", beobachtet der Fachmann. "Außerdem heißt das Credo weg vom Plastik hin zum Edelstahllook." Die Kombination verschiedener Materialien bringt Abwechslung ins Spiel: Elegantes Edelstahl harmoniert hervorragend mit kühlem Glas, aber auch mit Holz und Porzellan.

Kombination von Schränken und Regalen

Für große Möbel ist im hier zu Lande durchschnittlich 7,7 Quadratmeter großen Bad kaum Platz. "Allerdings kann man nie genug Stauraum und Ablageflächen haben. Das wird bei der Planung leider oft vergessen", betont Wischmann. Wasch- und Kosmetikutensilien gehören in die Nähe des Waschtisches - auf ein Ablagebrett, in einen Unterbau- oder einen Spiegelschrank. Handtücher sind in geschlossenen Schränken am besten aufgehoben.

"Schränke wirken jedoch leicht wuchtig. Deshalb wird oft eine Kombination von Schränken und Regalen gewählt", weiß der Experte. Dabei machen es die Hersteller ihren Kunden leicht: Badmöbel kommen bei weitem nicht mehr so wuchtig daher, wie noch vor einigen Jahren. Unterschränke mit Schubladen sind nicht nur praktisch, wenn es um ein geordnetes Innenleben geht. Sie wirken optisch leichter. Das gilt erst recht für Waschtischunterschränke mit offenen Fächern.

Auch bei den Spiegelschränken hat sich einiges getan: Die klassischen spiegelnden Klapp- oder Schiebetüren gibt es weiterhin. Doch flache Spiegel eingerahmt von Fächern oder schmalen Schrankteilen machen ihnen zusehends Konkurrenz. Meist ist die Beleuchtung integriert. Von oben, von der Seite oder auch als witziger Leuchtkranz schärfen mehrere Lichtquellen den Blick für Bartstoppeln und Hautunreinheiten. Sehr praktisch sind Klemmleuchten. Sie lassen sich flexibel befestigen und leicht austauschen.

Das Bad als Wohnraum

Neben dem Spiegel oder Spiegelschrank gehören Handtuchhalter zur Grundausstattung: Eine Aufhängmöglichkeit pro Person und eine für das Gästehandtuch sind das Minimum. Nicht nur schwenkbare Arme oder runde, ovale, C- oder L-förmige Ringe, die neben dem Waschbecken befestigt werden, stehen zur Wahl.

Wer sein Bad neu gestaltet und vielleicht sogar einen neuen Heizkörper installiert, der setzt gerne auf einen leiterförmigen Röhrenheizkörper. Er garantiert ein kuschelig-warmes Badehandtuch. Der Bademantel findet seinen Platz entweder an Wandhacken oder an Hakenleisten, die ganz einfach über die Tür gehängt werden.

Ein Muss sind außerdem ein Abfallbehälter, ein WC-Papierhalter und die Toilettenbürstengarnitur. "Hier geht der Trend eindeutig zur Montage an der Wand", berichtet Wischmann. "Unter den Utensilien kann man damit leichter sauber machen. Der Schmutzwasserfänger ist meist ein Einsatz, der zur Reinigung einfach herausgenommen wird." Handtuchhalter oder Toilettenbürstengarnituren gibt es daneben in Ständerformaten. Sie brauchen zwar Stellfläche, sind jedoch flexibel positionierbar. Und das leidige Bohren in die Wandfliesen fällt weg.

Platzsparende Multifunktionssäulen

Diese Basisausstattung kann durch zahlreiche Accessoires ergänzt werden wie Seifenschalen, Seifen- oder Lotionsspender, Glashalter, Papiertuchspender oder Kosmetikspiegel. Besonders Platz sparend sind Multifunktionssäulen: Eine Säule auf einem Fuß wird ganz nach Belieben bestückt - zum Beispiel mit Kosmetikspiegel, Halter für den Haartrockner, Handtuchring und Utensilienbox. In der Dusche oder der Wanne ist ein Ablagekorb für Schampoo und Schwamm hilfreich. Für Duschen gibt es Korbregale, welche einfach oben über die Abtrennung gehängt werden.

Je mehr das Bad als Wohnraum genutzt wird, umso mehr verliert die Sanitärwirtschaft ihren Status als alleiniger Ausstatter: "Hier halten zunehmend Accessoires aus dem Wohnbereich Einzug", betont Eva Barth-Gillhaus vom Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur. "Porzellan-, Glas- und Kunststoffdosen und -schalen eignen sich bestens als Seifenschale oder Behältnis für Wattebällchen." Kerzenständer, Blumenübertöpfe oder Duftschalen finden ebenfalls Verwendung im Wellnes-Bad.

Von Eva Neumann, DDP

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